In Güsen, Hohenseeden und Zerben heulten am Mittwochabend die Sirenen. Zu diesem Zeitpunkt wussten die Kameraden der Feuerwehren - bis auf die Gemeindewehrleitung - noch nicht, dass es sich nicht um einen Einsatz, sondern um eine Alarmübung handelte. "Rauchentwicklung in der Sporthalle Güsen" erfuhren sie von der Leitstelle.

Güsen l Schon vor der Alarmierung hatten sich Gemeindewehrleiter Dietmar Kohrt, Stellvertreter Steve Flügge sowie als Beobachter René Altmann, stellvertretender Ortswehrleiter in Bergzow. Bescheid wusste auch Marko Gummelt, 2. stellvertretender Gemeindewehrleiter. Er kam jedoch mit seiner Feuerwehr zum vermeintlichen Einsatzort. Kohrt erklärte das Szenario: "Die Brandmeldeanlage hat angeschlagen, eine Person wird im Bereich der Umkleidekabinen vermisst."

Hier wurde ein Dummy deponiert, der "gerettet" werden sollte. "Die Güsener Kameraden wissen Bescheid", erläuterte Kohrt: "Anhand der Brandmeldeanlage ist zu sehen, wo der Brandmelder angeschlagen hat, und anhand der Laufkarten muss der erste Trupp sich dorthin bewegen und die Person suchen."

Im "echten" Brandfall werde die Halle natürlich geräumt, diesmal aber seien die Sportler zuvor eingewiesen worden aufzupassen, dass sie nicht über einen Schlauch im Flur stolpern. Das Training konnte unbeeinträchtigt von der Übung fortgesetzt werden.

In erster Linie ging es hier aber nicht um eine Lösch- und Rettungsübung, sondern darum festzustellen, ob um diese Zeit mitten in der Woche genügend Kameraden vor Ort sein können - und natürlich um das Zusammenspiel der Wehren im Ausrückebereich.

Die Gemeindewehrleitung war mit dem Ergebnis zufrieden. Dietmar Kohrt nennt sie Zahlen, die er sich notiert hat: Alarm war um 19.35 Uhr, die erste Meldung kam von Hohenseeden 19.37 Uhr, die Feuerwehren Güsen und Zerben meldeten sich zeitgleich 19.39 Uhr. 19.42 Uhr haben alle die Abfahrt zum Einsatzort gemeldet. "Das ist sehr gut!"

Die Güsener Ortsfeuerwehr müsse in ihrem Bereich laut Brandschutzgesetz in zwölf Minuten vor Ort sein - das hat hier problemlos geklappt, obwohl diesmal ohne Signal gefahren werden sollte.

Nach dem Eintreffen wurde das Tempo erstmal wieder "heruntergeschaltet", als klar war, dass es nicht tatsächlich brannte. Dietmar Kohrt erklärte den Kameraden zunächst die Sachlage, und dann wurde Schritt für Schritt alles in Ruhe abgearbeitet. Güsen begann mit der Lageerkundung, und draußen wurde die Wasserversorgung aufgebaut. Zwei Hydranten wurden genutzt - einer hinter Sporthalle und "Treffpunkt", der andere hinter dem NP-Markt. Wasserdruck wurde aber nur bis zum Verteiler vor der Halle aufgebaut - die Schläuche nach drinnen blieben trocken.

Insgesamt waren einschließlich Gemeindewehrleitung 22 Kameraden vor Ort, zuzüglich Beobachter René Altmann. Güsen war mit sechs Kameraden dabei, Hohenseeden mit neun und Zerben mit sechs, plus Dietmar Kohrt als Einsatzleiter. Gruppenführer waren Enrico Arnold und Michael Schwarz (Güsen), Reimo Fließ (Hohenseeden) und Steve Flügge (Zerben).

Unter Atemschutz gingen Günter Fricke und Stefan Jacob (Hohenseeden) als erste in die Halle. Thomas Hill und René Hoffmeister (Zerben) hielten sich als Rettungstrupp bereit.

"Wir sind mit dem Ergebnis der Alarmübung zufrieden", zog Dietmar Kohrt im Anschluss Bilanz. "Das Hauptziel dieser Übung wurde erreicht - das koordinierte Zusammenarbeiten mehrerer Ortsfeuerwehren." Kleine Mängel, die dabei erkannt wurden, seien nach der Übung mit den Führungskräften besprochen und ausgewertet worden.

   

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