Das im Sandkasten einer Kita Schaufel und Sieb zum Einsatz kommen, ist nicht ungewöhnlich. Wenn Schaufel und Sieb zu schweren Baugeräten gehören, hingegen schon. So geschehen in der vergangenen Woche in der Kita "Rasselbande".

Genthin l Da drückten sich die Kinder der DRK-Kita "Rasselbande" an der Fensterscheibe gehörig die Nase platt. Was da in der vergangenen Woche auf dem Hof der Einrichtung geschah, war auch wirklich beeindruckend. Mit schwerem Baugerät wurde der gesamte Sand auf dem Gelände ausgehoben, gesiebt und wieder aufgebracht.

Hintergrund der Arbeiten waren Verunreinigungen, die mit der Zeit überhand genommen haben. "Wir haben entlang des Geländes einige Weiden", erläutert Kita-Leiterin Stephanie Martius. "Das sieht besonders im Sommer schön aus, führt aber dazu, dass Blüten, Blätter und Äste im Sand landen und dieser nicht mehr zum Spielen genutzt werden kann." Schon länger sei beraten worden, wie ein kindgerechter Zustand des Außengeländes erreicht werden könnte. "Eine Reinigung des gesamten Areals ist äußerst kostspielig", so Martius.

Aus den Reihen der Elternvertreter kam der Vorschlag, den Sand nicht auszutauschen, sondern zu reinigen. Die Familien Tetzel und Schulz machten sich an die Arbeit und fragten in ansässigen Unternehmen an, ob sie schweres Gerät zur Verfügung stellen könnten.

Von einem Bauunternehmen und einer Logistikfirma kamen Bagger, Radlader und Siebmaschine für die Arbeiten. Auch die helfenden Hände waren schnell zusammengetrommelt. "15 Mitstreiter haben mitgemacht", sagt Renè Schulz, der bei den Arbeiten den Hut aufhatte. An mehreren tagen waren die Eltern von acht Uhr früh bis in den späten Nachmittag im Einsatz.

Auf der einen Seite des Geländes wurde mit dem Radlader der Sand aufgeschichtet und der Bagger hob diesen in die Siebmaschine. Auf der anderen Seite spuckte die laut ratternde Maschine den Sand fein gemahlen auf einen Haufen. Dort schaufelten die Eltern den gereinigten Sand in Schubkarren und brachten ihn Meter für Meter wieder auf dem Gelände aus. "Wir haben rund 400 Tonnen Sand bewegt", resümierte Schulz. Am Freitag kamen zu dem bestehenden Sand 100 Tonnen frischer Sand hinzu, den ein Genthiner Baustoffhandel günstig zur Verfügung stellte.

Stephanie Martius freute sich über das Engagement von Firmen und Eltern. "Es ist ja nicht selbstverständlich, dass alle einfach so mit anpacken. Dabei hatten die beteiligten Helfer durchaus Vergnügen an ihrer Arbeit. "Es geht schließlich nicht die ganze Zeit bierernst zu", verrieten sie. "Außerdem ist das ja eine sinnvolle Arbeit für unsere Kinder", fand Franziska Schmidt.

Eifrig schaufelte die Teilnehmerin die Schubkarre voll mit gesiebten Sand. Dabei liefen unter der frühlingshaften Sonne manche Schweißtropfen. Dennoch konnte die junge Frau dem Arbeitseinsatz noch eine positive Seite abgewinnen. "Man lernt in lockerer Atmosphäre auch mal die anderen Eltern kennen und kommt miteinander in Kontakt."

Manchmal sorgte die Arbeit auch für einiges Gelächter. Denn neben Wurzeln und Unrat tauchte auch manch verloren geglaubtes Spielgerät wieder auf. Nach einiger Zeit der Arbeit fanden sich bunte Plastikschaufeln, Förmchen, kleine Fahrzeuge und sogar Haarspangen an. "Manche Spielsachen sind sogar noch gut, nur etwas sandig", stellte Renè Schulz mit einem Schmunzeln fest.

Vielleicht kommen die wiedergefundenen Sandspielzeuge in dieser Woche zum Einsatz. Dann dürfen die Kinder den gesiebten Sand sozusagen einweihen.

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