Der Genthiner Volkspark war vor Kurzem Thema im Bau- und Vergabeausschuss. Allerdings ging es nicht um den geplanten Spielplatz oder die Frühlingsfest-Premiere, die am Wochenende ansteht, sondern schlicht um Hundehaufen.

Genthin l Auf der Tagesordnung hatten die Hinterlassenschaften der Genthiner Hunde nicht gestanden, Lars Bonitz (CDU) brachte das unappetitliche Thema trotzdem auf den Tisch: "Das Hundekot-Problem tritt im Volkspark massiv auf. Dagegen muss man etwas tun." Diese Meinung teilte Bürgermeister Thomas Barz (parteilos) nicht: "Die Stadt kann das nicht verhindern. Das ist eine Bewusstseinsentscheidung des Besitzers, ob er den Kot wegmacht oder nicht." Barz fügte an, dass er das Verhalten der uneinsichtigen Hundehalter nicht verstehe. So geht es auch Birgit Vasen (Linke): "Ich weiß nicht, was mit den Bürgern los ist."

Lars Bonitz schlug vor, ein paar zusätzliche Mülleimer im Park aufzustellen. "Man hat dort nirgends die Möglichkeit, den Hundekot loszuwerden." Auch Spender für Tüten, die es am Marktplatz bereits gibt, könnten laut Bonitz im Volkspark helfen. Thomas Barz bewertete die Vorschläge kritisch: "Die zusätzlichen Mülleimer muss die Stadt aufbauen und entleeren - und das mit immer weniger Personal", klagte er und betonte noch einmal: "Wir sind pleite. Wir würden das gerne alles machen, aber können das nicht leisten." Auch von Tütenspendern wollte der Bürgermeister nichts wissen: "Die füllen wir um 8 Uhr auf, um 8.20 Uhr sind alle Tüten weg, weil sich jemand einen Jahresvorrat Tüten mitgenommen hat", berichtete er aus seinen Erfahrungen mit den Spendern. Ursprünglich sind sie für Hundebesitzer gedacht, die keine Tüte dabei haben. Sie können sich hier eine nehmen und so die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners entsorgen.

"Das ist ja das Problem, im Volkspark kann man den Hundekot nicht entsorgen", sagte Franz Schuster (LWG Fiener). Er stellte die Idee von einem Hundeklo in den Raum. "Das funktioniert in größeren Städten auch gut. Man lässt die Hunde auf eine abgeschlossene Fläche, dort können sie sich auskacken."

"Wer macht diese Fläche sauber?", fragte Helmut Halupka (SPD), womit der Vorschlag vom Tisch war.

Lars Bonitz lenkte die Ausschussmitglieder noch einmal zurück zum Ursprungsproblem: "Mir geht es um die Entsorgungsmöglichkeiten." Es müsse doch möglich sein, ein paar Mülleimer aufzustellen.

"Es liegt nicht an den Mülleimern, es liegt an den Leuten", schmetterte Norbert Müller (CDU) den Vorschlag ab und erntete Zustimmung von Birgit Vasen und Helmut Halupka.

Ebenfalls für neue Mülleimer sprach sich Andy Martius (CDU) aus: "An der kompletten Radrennbahn findet sich kein einziger. Da müssen wir nachbessern."

"Gerade wenn wir den Volkspark für Frühlingsfest und Familien aktivieren wollen, müssen wir dafür sorgen, dass man dort nicht von einem Hundehaufen in den nächsten tritt", stimmte Lars Bonitz zu.

Und sprach noch ein weiteres Problem im Volkspark an: Die Beleuchtung. Ob es überhaupt Sinn mache, den Park zu beleuchten, bezweifelte Birgit Vasen: "Das hatten wir alles schon. Kaum ist eine Lampe angebracht, ist sie auch schon wieder zerstört." Lars Bonitz verwies darauf, dass es die Diskothek "Neue Welt" in Altenplathow mittlerweile nicht mehr gäbe und sich die Gefahr von Vandalismus verkleinert hätte. Das bestätigte auch Andy Martius: "Ich bin oft im Volkspark. Dass etwas mutwillig zerstört wurde, habe ich noch nicht erlebt." Hinsichtlich der Beleuchtung konnte Bürgermeister Thomas Barz wenig Mut machen: "Beleuchtung wäre wünschenswert, im aktuellen Haushalt der Stadt ist sie aber nicht eingeplant." Dafür stellte er neue Mülleimer in Aussicht. Im Rahmen des Aufbaus des neuen Spielplatzes würde auch geprüft, neue Entsorgungsmöglichkeiten anzubringen. Mit diesem Kompromiss zeigten sich die Ausschussmitglieder zufrieden.