Die Fähre Rogätz liegt seit dem 23. März auf der Werft Barthel in Derben. Grund dafür ist die Erneuerung der Motoren, die nun nicht länger aufgeschoben werden konnte. Zugleich werden noch einige andere Arbeiten erledigt. Frühestens Dienstag wird sie wieder fahren.

Derben/Rogätz l "Nein, wir fahren nicht. Wir liegen noch auf der Werft. Erst ab Dienstag wieder. Aber rufen Sie lieber nochmal an..." Diese Auskunft erteilt Fähreigner Marko Knuth mehrmals täglich am Handy, geduldig und immer freundlich. Klar wäre er gern schon eher wieder gefahren, vor allem über Ostern. Aber so schnell geht das nicht, zumal auch die Motoren einige Tage später geliefert wurden als geplant. Diese Woche Dienstag kamen sie endlich.

Die Fähre Rogätz ist inzwischen 17 Jahre alt. Gebaut wurde sie auf der Werft in Aken, berichtet Marko Knuth. Dass nach so langer Zeit mit fast täglichem Betrieb von jeweils 10 bis 14 Stunden die Motoren erneuert werden müssen, ist ganz normal. Einmal seien sie bereits regeneriert worden, sagt Marko Knuth. Einen neuen Schottel-Ruder-Antrieb habe die Fähre auch schon bekommen. Anstelle der Sechs-Zylinder-Volvo-Motoren kommen jetzt zwei Vier-Zylinder-Deutz-Motoren hinein. Die Leistung sei die gleiche wie bei den alten - 89 kW. Mehr dürfen sie nicht haben, erklärt Uwe Müller von der Werft, denn die Motoren müssen zu den Schottel-Ruderpropellern passen, und sie müssen auch die Abgasnorm erfüllen.

Annähernd gleiche technische Daten heißt aber noch lange nicht gleiche Maße, dass heißt, dass erstmal die Halterungen für die Motoren verändert werden mussten: Einige Teile mussten weggebrannt werden, andere neu angeschweißt, bis es passte.

Etwas einfallen ließen sich die Werftmitarbeiter in Zusammenarbeit mit Marko Knuth, um die Servicefreundlichkeit zu verbessern: Der Ölfilter, der normalerweise fest am Motor dran ist, wird versetzt, damit er leichter erreichbar ist, erklärt Uwe Müller. Denn hier müssen die Fährleute nahezu täglich ran, um den Ölstand zu kontrollieren.

Auch separat angebaut und mit Schläuchen verbunden werden müssen die Kühlwasserausgleichsbehälter, weil sie auf die neuen Motoren nicht drauf passen, ohne dass die Verkleidung offen bleiben müsste.

Das Kühlsystem wurde in diesem Zuge gleich noch erweitert: Außen am Schiffskörper unterhalb der Wasserlinie wurden Kühlflachen angebracht. Für die täglichen Routinefahrten über die Elbe hätte zwar das alte Kühlsystem gereicht, aber bei größeren Touren gegen den Strom - wie zum Beispiel jetzt auf der Heimfahrt von der Werft - müsse mit voller Leistung gefahren werden, und da ist zusätzliche Kühlung überaus nützlich.

"Wir wollen auch noch die Lüftung des Maschinenraums erhöhen", fügt Uwe Müller an. Ein Elektrolüfter komme hier hinein, und eine größere Lichtmaschine werde eingebaut.

Neben den Veränderungen bei den Halterungen bringen die neuen Motoren auch noch weitere zusätzliche Arbeiten mit sich: "Sie haben das Gasgestänge auf der anderen Seite", erklärt Müller. Die elektrische Steuerung müsse versetzt werden. Alles zusammen brachte im Vorfeld viele Unsicherheiten mit, dass heißt, es konnte nur so ungefähr geplant werden, und erst beim Einbau der neuen Motoren muss alles genau angepasst werden.

Eine neue Heizung wird auch noch eingebaut. "Die haben wir uns gegönnt", sagt Marko Knuth. Schließlich ist die Fähre ja auch bei Frost unterwegs, solange nicht zu viel Eis auf der Elbe ist.

Der Fähreigner und einige seiner Mitarbeiter machen währenddessen nicht alle Urlaub, sondern sind, soweit es das Wetter erlaubt, selbst auf dem Schiff, um aufzuräumen, zu entrosten, zu streichen. Auch eine blind gewordene Scheibe im Führerhaus wird gewechselt.

Wenn alles klappt wie erhofft, wird am Montag die TÜV-Abnahme sein, und am Dienstag wird die Fähre wieder Passagiere zwischen Schartau und Rogätz befördern. Aber wie gesagt: Ganz sicher ist der Termin noch nicht. Lieber nochmal anrufen.

   

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