Der "Fahrplan" für die Deichsanierung im Bereich der Gemeinde Elbe-Parey steht fest: Begonnen wird noch in diesem Frühjahr, und in sieben Abschnitten, teilweise parallel, soll bis Herbst 2019 gebaut werden - wenn nicht größere Hochwasserereignisse die Arbeiten verzögern.

Elbe-Parey l Eigentlich sollte diese Informationsveranstaltung schon viel früher stattfinden, sagte Flussbereichsleiter Reinhard Kürschner den nicht allzu zahlreich erschienenen Bürgern am Donnerstag. Es hat aber nicht so funktioniert, so dass vorbereitende Arbeiten schon vor diesem Termin erfolgt sind: "Wir mussten einige Bäume neben dem Deich fällen, weil wir die Fläche brauchen. Denn der Deich wird höher und breiter", erklärte Kürschner.

Insgesamt 10,7 Kilometer Deich befinden sich im Bereich der Gemeinde Elbe-Parey. Die Reihenfolge der Sanierungsabschnitte wurde aufgrund von vorausgegangenen Untersuchungen festgelegt. Begonnen werden soll dieses Jahr in zwei Abschnitten: zwischen "Berensmanns Rampe" bei Parey in Richtung Zerben sowie hinter dem "Wiedwerder Weg" bis zur Schleuse Parey.

Wichtigster Grundsatz sei, dass überall landseitig eine Berme, also ein erhöhter Stützstreifen, mit einem Deichverteidigungsweg darauf angebaut werde, erläuterte Kürschner. Die Deichkrone werde zirka 50 bis 70 Zentimeter erhöht, die Böschungen auf 1:3 abgeflacht, wo das noch nicht der Fall ist. Insgesamt bedeutet das, dass der Flächenverbrauch für den Deich deutlich größer ist. Die Verbreiterung erfolgt landseitig. Wasserseitig bleibt die Deichlinie erhalten.

Die notwendigen zusätzlichen Flächen werden den Eigentümern zu den aktuellen Richtpreisen abgekauft. Das erledige die Landgesellschaft Sachsen-Anhalt, die in diesen Tagen die Bauerlaubnisverträge an Eigentümer beziehungsweise Pächter verschicke.

Projektverantwortlicher ist Marco Schirmer vom Flussbereich Genthin. Er stellte zunächst die einzelnen Sanierungsabschnitte vor. Insgesamt seien für die 10,7 Deichkilometer etwa 24,2 Millionen Euro einschließlich der Baunebenkosten veranschlagt, sagte er.

Andreas Thiel (Ingenieurbüro IGT) erläuterte den künftigen Deichaufbau: Die erhöhte Deichkrone werde einen 2,50 Meter breiten Asphaltweg bekommen, auf der landseitigen Berme wird zusätzlich ein drei Meter breiter Deichverteidigungsweg in Asphalt gebaut. Dieser ist notwendig, damit auch bei extremem Hochwasser alle Stellen des Deichs erreicht werden können, was beim Hochwasser 2013 nicht mehr möglich war - aufgrund von Drängewasser auf vielen Flächen und weil die Deichkrone dann nicht mehr befahren werden darf.

Das während des Baus vom Deich abgeräumte Material soll wasserseitig als zusätzlicher Schutz verbaut werden. Abtransportiert werden muss also praktisch kaum etwas, jedoch der Bedarf an zusätzlichem Material ist enorm, so dass mit einem großen Transportaufkommen zu rechnen sei. Hauptsächlich handelt es sich dabei um Stützkörpermaterial, zum Teil auch um Material für die wasserseitige Dichtungsschicht, die je nach vorgefundenem Zustand 50 Zentimeter bis einen Meter dick aufgetragen werden soll.

Die Hauptzufahrt soll über den Bittkauer Weg in Parey führen, von dort um den Ort herum und hinter der Siedlungsbrücke Richtung Unkenwäldchen. Hier werden sich die Transporte zu den zwei Baustellen teilen: links zu "Berensmanns Rampe", rechts Richtung Wiedwerder Weg. An beiden Stellen werden vorübergehende Lagerplätze errichtet. Ein Teil der Zuwegungen werde zuvor ertüchtigt, um den schweren Transporten standzuhalten, und wo nötig sollen zusätzliche Ausweichstellen befestigt werden.

Bei aller Erleichterung, dass der Deich nun gesichert wird, sorgen sich die Pareyer natürlich wegen des enormen Lkw-Verkehrs, der sich während der Bauphase durch den Bittkauer Weg zwängen soll - zusätzlich zu den Kieslastern, die CEMEX anfahren. Deshalb wurden Vorschläge unterbreitet, wie zumindest ein Teil des Verkehrs umgeleitet werden kann.

Die Schleusenstraße komme nicht in Frage - nicht nur, weil deren Zustand extrem schlecht ist, sondern vor allem wegen der Brücke über die Alte Elbe (Verbindung zu Kühnes Loch), die für solche Lasten nicht ausgelegt ist. Zum anderen Bauabschnitt könnte aber eine Zufahrt an Zerben vorbei durch das Gelände des ehemaligen Kieswerks möglich sein. Das soll geprüft werden.

Die Frage, wie die Schleuse Parey an die höheren Deiche angepasst werden soll, musste noch unbeantwortet bleiben. Dafür ist die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung zuständig, erklärte Kürschner.