Die Güsener Jagdhütte ist nach dem Brand vor etwa einem Jahr nun wieder schmuck hergerichtet und mit einem Tag der offenen Tür auch offiziell eingeweiht. Das Besucherinteresse war wie immer bei Veranstaltungen hier draußen groß, das konnten auch einige Regenschauer nicht verhindern.

Güsen l "Sollen wir noch ein bisschen Holz nachlegen?", scherzte Hans-Werner Tusch, Vorsitzender des Vereins der Natur- und Waldfreunde, mit Blick auf den großen Ofen in der Ecke. Es war gemütlich hier drin, während draußen ein Regenschauer niederging - fast schon zu warm bei so vielen Menschen. Später, als die Sonne wieder heraus kam, verteilten sich auch die Besucher mehr auf dem Gelände und genossen den schönen Frühlingstag im Grünen.

Zahllose Stunden ehrenamtlicher Arbeit haben die Vereinsmitglieder geleistet, bis wieder alles so schön hergerichtet war. Allein hätten sie es aber nicht schaffen können. Zu groß war der Schaden. Das hätte der Verein auch finanziell niemals stemmen können.

Aber schon bald nach dem Brand hatte es grünes Licht vom Landesforstbetrieb gegeben, denn der ist Eigentümer der Jagdhütte - die Waldfreunde sind Pächter. "Neue Fenster und Türen, den neuen Fußboden, neue Wand- und Deckenverkleidung hat die Forst bezahlt", erklärt Hans-Werner Tusch. Die Waldfreunde haben die Ertüchtigung der Elektroanlage, den Einbau einer Alarmanlage und die Anschaffung von neuem Mobiliar übernommen. Dabei wurden sie von ganz vielen Spendern unterstützt. Die neuen Gardinen wurden auch gesponsert.

Die alten waren von der Hitze zusammengeschmolzen, die Tische waren mehr oder weniger verbrannt oder angesengt und innen war alles von einer schmierigen Rußschicht überzogen.

Toilettencontainer wird noch angebaut

Von all dem ist nichts mehr zu sehen. Nur ein paar Kleinigkeiten fehlen noch, sagte Tusch - ein bisschen Dekoration und so weiter. Und außen an die Jagdhütte soll noch ein Sanitärcontainer angebaut werden - direkt am Haus, aber von außen begehbar. Den werde auch die Forst finanzieren. Bis zum Winter soll er stehen und auch winterfest sein. Bis dahin reichen noch die Toiletten, die über dem ehemaligen zweiten und völlig abgebrannten Haus installiert wurden. Später wollen die Waldfreunde den Toilettencontainer mit Holz verkleiden, damit er zum ganzen Ensemble hier passt.

Zu Beginn des Tages der offenen Tür haben Hans-Werner Tusch und Günther Helling, stellvertretender Vereinsvorsitzender, unweit des ehemaligen zweiten Hauses eine junge Platane gepflanzt - ein Baum, der einmal sehr groß wird. In der Nähe standen ursprünglich vier große Eichen, die alle dem Feuer zum Opfer gefallen waren. Eine war ganz tot, die anderen stark geschädigt. Alle wurden jetzt von der Forst gefällt.

Dankeschönfeier für Sponsoren und Helfer

Der Leiter des Landesforstbetriebes, Andreas Kriebel, und Revierförster Norbert Olschewski waren auch bei der Sponsorenfeier vor gut einer Woche zugegen, berichtete Hans-Werner Tusch. Natürlich konnten nicht alle, die etwas für den Wiederaufbau gespendet hatten, eingeladen werden, und von wem die vielen Barspenden kommen, konnte man auch nicht nachvollziehen. Auf 50 Plätze musste der Empfang begrenzt werden, entsprechend wurden dann Sponsoren und Helfer eingeladen - und alle anderen waren nun beim Tag der offenen Tür herzlich willkommen.

Beide Veranstaltungen sind sehr schön gewesen. Es waren Höhepunkte nach dem harten Jahr, die von den Waldfreunden natürlich auch akribisch vorbereitet worden waren.

Nun wollen sie erstmal etwas "ruhiger treten" und sich auch selbst mal was gönnen: Eine schöne Busreise ist geplant, verriet Tusch.

Übrigens: Wer Lust hat, sich den Natur- und Waldfreunden anzuschließen, ist herzlich willkommen. Zur Zeit gehören etwa 40 Mitglieder zum Verein. Langeweile kommt nie auf, denn das Vereinsleben ist vielseitig und inhaltsreich - auch wenn keine Brandspuren zu beseitigen sind.

   

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