In diesem Sommer wird bei Parey die Deichsanierung beginnen. Dass an der Deichbruchstelle von 1941 nahe der Schleuse seinerzeit eine Spundwand eingebaut wurde, erfuhren die Verantwortlichen vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) erst kürzlich. Nun meldete sich noch jemand, der davon weiß.

Parey l Die Pareyer Ortschronistin Christiane Wagner hatte bei früheren Recherchen Informationen und Fotos vom Einbau der Spundwand im Jahr 1941 gefunden und dies nun dem LHW mitgeteilt.

Nach der Berichterstattung in der Volksstimme meldete sich Heinz Höschel aus Genthin. Der 88-jährige erzählte, wie gut 20 Jahre später diese Spundwand beinahe ein Stück eingekürzt worden wäre...

In welchem Jahr das genau war, weiß Heinz Höschel nicht mehr. Er habe im Januar 1962 im damaligen Neubaukombinat Altmark, Nebenstelle Genthin, angefangen, berichtete er. Vorher hatte er bei der MTS (Maschinen-Traktoren-Station) eine Raupe gefahren, und als das Neubaukombinat eine Raupe bekommen hat, wechselte er dorthin, um diese zu bedienen.

Ihr Auftrag damals sei der Bau verschiedener Deich-überfahrten gewesen. "Bei Zerben haben wir angefangen, dann folgten die Überfahrt an der Schleuse Parey, dann Hohengöhren und Sandau." Diese Überfahrten wurden nicht betoniert, sondern mit großen Schlackesteinen gepflastert. "Da wiegt ein Stein 60 Kilo!" weiß Heinz Höschel. Die Steine, die aus Calbe/Saale kamen, wurden am Bahnhof beim Schwellenwerk alle per Hand von der Bahn auf Hänger umgeladen und dann hier per Hand verlegt. "Das war eine Quälerei für die Kollegen!" Unter die Steine kam eine dicke Schicht Schotter.

Das heißt natürlich, dass erstmal die oberste Schicht vom Deich an den entsprechenden Stellen abgetragen werden musste. Einen Meter tief sollte die Deichkrone weggeschoben werden. Und dabei stießen die Bauarbeiter hier unweit der Schleuse auf die Spundwand - womit auch damals schon keiner gerechnet hatte. "Auf einmal hat es gerumst!" erinnert sich Heinz Höschel. Die Spundwand müsse kurz unter der Deichkrone geendet haben.

Der Brigadier habe dann nach Genthin angerufen und verlangt, dass der Schlosser kommen und ein Stück der Spundwand wegbrennen soll. Damit habe dieser auch angefangen. "Ein oder zwei Teile waren schon weg."

Dann sei jemand gekommen, der für die Deiche zuständig war, und habe diese Aktion sofort gestoppt. "Die Teile mussten wieder angeschweißt werden."

Ein Teil der Spundwand befindet sich also offenbar unterhalb der gepflasterten Deichüberfahrt, die in Verlängerung der Schleusenstraße parallel zum Kanal Richtung Elbe führt - wo genau, kann Heinz Höschel heute auch nicht mehr sagen. Es ist schon zu lange her, und er ist auch sehr lange nicht mehr hier gewesen. Deshalb nutze er diesen Anlass, um sich die Stelle, wo er damals mitgebaut hat, noch einmal anzuschauen.