Am Sonntag waren die Genthiner auf den Beinen. Im Volkspark gab es den zweiten Familientag, zudem waren Wasserturm und Bunker für Besucher geöffnet. Viele Interessierte machten eine Tour durch die Stadt zu den einzelnen Stationen.

Genthin l Ein Sonnatgnachmittag wie geschaffen für einen Familienausflug. Den Aktionstag nutzten zahlreiche Ausflügler für einen Besuch im Volkspark. Dort sorgte das Genthiner Black Belt Center unter der Leitung von Frank Müller mit Taekwondo-Vorführungen für einigen Publikumsandrang. Neben Grundübungen standen an diesem Tag auch Präsentationen von Wurfarten und dem Zerteilen von Brettern auf dem Programm.

Für Kurzweil sorgte außerdem Clown Manne mit seinen Luftballonmodellen. Mit einigen schnellen Handgriffen wurden aus den bunten Ballons kleine Pudel, Schwerter oder Blumen. Der Schaustellerbetrieb Schmidt war mit einer Kinderbahn und Buden vor Ort. "Mal sehen, ob wir damit noch fahren", meinten Saskia, Yasmine und Marie. Gemeinsam mit Hund Karlchen hatten sich die Drei auf der Wiese vor dem Bus des Erlebnisdorfes Parey niedergelassen.

"Wir waren im vergangen Jahr beim Familientag, da war allerdings das Wetter etwas schöner", erzählt Karlchens Besitzerin Eva-Maria Ganske. Die im vergangenen Jahr zahlreich anwesenden Picknick- und Grillfreunde suchte man diesmal vergebens. Dafür war es zu kalt und der Rasen vom Regen zu nass. Für das kommende Elbauenfest vom 7. bis zum 9. August trommelte die Elbauenprinzessin. In diesem Jahr müssten die Genthiner unbedingt zum Fest kommen, da eine neue Elbauenkönigin gekürt und Radio Brocken Moderator Holger Tapper ebenfalls vor Ort sein werde.

Immer wieder umlagert war der Stand des Kinderschminkens und das Kaffee- und Kuchenbuffet der Abiturienten des Bismarck-Gymnasiums. "Wir verdienen uns Geld für unseren Abi-Ball", verrieten die Schüler und bekamen dafür manche Spende in die Kasse. Mancher stellte sich mit einem heißen Kaffee auch ein wenig unter, wenn es mal wieder zu regnen begann. Das etwas wechselhafte Wetter war auch der Grund, weshalb die Besucher den Volkspark in diesem Jahr etwas zögernd besuchten. "Im Laufe des Nachmittages kamen aber doch noch einige Familien", hatte Marina Conradi, Leiterin der Touristinformation, beobachtet.

Gemeinsam mit der Stadt Genthin und dem Deutschen Roten Kreuz war die Touristinformation Ausrichter des Familientages im Volkspark. Aber vielleicht waren manche Familien auch eher in luftigen Höhen unterwegs und erklommen die 232 Stufen auf die Aussichtsplattform des Wasserturms in 48 Meter Höhe.

"Guck mal, da hinten ist das Kloster Jerichow zu sehen" und "dort fährt gerade ein Zug am Genthiner Bahnhof ab", riefen sich Groß und Klein die Beobachtungen zu. Wer dann noch ein wenig Zeit übrig hatte, konnte sich unter die Erde begeben. Wolfgang Bernicke vom Förderverein Genthiner Stadtgeschichte führte Besuchergruppen durch den Bunker unter dem Marktplatz. In mehreren Durchgängen schlossen sich der Führung mehr als 60 Interessierte an.

Der Bunker wurde ab 1943 als Luftschutz-Führungsstelle gebaut. Die Anlage schloss sich unmittelbar an einen gedeckten Splittergraben an, der dem Zivilschutz diente. Er wurde nach Kriegsende unverzüglich verfüllt, während der Bunker im ursprünglichen Zustand erhalten blieb und 1963 aus seinem "Dornröschenschlaf" geweckt wurde.

1981 stand er im Mittelpunkt einer groß angelegten Übung der damaligen Zivilverteidigung der DDR - die einzige "zweckentsprechende" Nutzung. Seit der Rekonstruktion des Marktplatzes im Jahre 2003 kann der Bunker durch Gruppen zu festgesetzten Terminen oder nach Voranmeldung in der Touristinformation im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Eine Nutzung als unterirdische Disco kam aus zwei Gründen nicht infrage. "Zum einen aus Sicherheitsgründen und zum Anderen aufgrund der wirklich grottigen Akustik", so Bernicke.

   

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