Es war ein großer Tag für die Derbener Kindergartenkinder: Sieben Hunde mit ihren "Frauchen" und "Herrchen" waren zu Besuch, und sie durften gemeinsam mit den Tieren ganz viel erleben. Dieser Besondere Tag war möglich dank der Aktion "Helfer auf vier Pfoten", der sich auch in der Region etliche Hundehalter angeschlossen haben.

Derben l "Hat denn jemand Angst?" war die wichtigste Frage zu Beginn. "Neiiin" kam es von allen Seiten. Und das hatte auch einen Grund. "Die Kinder haben es sich gewünscht", berichtete Erzieherin Veronika Handge. So wurde ein Team der "Helfer auf vier Pfoten" in die Kita eingeladen. Aber bevor sie kamen, wurden die Kinder gut auf diesen Besuch vorbereitet. "Wir haben Broschüren mit den zwölf goldenen Regeln im Umgang mit Hunden bekommen, die die Kinder auch mit nach Hause nehmen konnten. Auch ein Video und ein Spiel dazu haben wir bekommen."

Darum gekümmert hat sich vor allem Julia Neumann. Die junge Pareyerin absolvierte eine Ausbildung zur Erzieherin, ist im zweiten Lehrjahr und hat den Umgang mit Hunden als Projekt in die Arbeit mit ihrer Gruppe eingebaut. Die zweite Kindergartengruppe hat sich angeschlossen, denn natürlich haben sich alle Kinder auf den Besuch der Tiere gefreut.

So gab es also fast keine Berührungsängste, als die Gruppe in der Kita eintraf - obwohl manche Hunde größer als die kleineren Kinder waren.

"Chef" der Gruppe ist Thomas Jäger. Er ist Lokalkoordinator Sachsen-Anhalt der "Helfer auf vier Pfoten" und Mitglied im Burger Hunde- und Naturfreundeverein. Mit dabei hatte er seinen sechsjährigen Rottweiler "Spike". Vom gleichen Verein kommen Hannelore Berger mit der sechsjährigen Leonberger-Hündin "Susi", Martina Ziegler aus Derben mit der zweieinhalbjährigen Bernersennen-Hündin "Bonnie" und Rolf Damszyk mit der achtjährigen Mischlingshündin "Sunny". Vom Hundesportverein Magdeburg-Waldsee kamen Rita Klemm mit den achtjährigen Mischlings-Geschwistern "Bonny" und "Charly" und Roswitha Klanowski mit der achtjährigen Golden Retriever-Hündin "Pia".

Die sechs Hundehalter konnten sich sicher sein, dass nichts passieren würde, denn ihre Tiere sind eigens für solche Besuche ausgebildet und geprüft. Erste Voraussetzung ist die normale Begleithundeprüfung, erklären sie, und zusätzlich müsse noch von einem Tierarzt die Eignung für solche Einsätze bescheinigt werden. Das heißt, dass die Hunde sich auch dann nicht aus der Ruhe bringen lassen, wenn ein ganzer "Schwarm" aufgeregter Kinder um sie herumwuselt und auch mal ein Kind etwas unsanft oder sehr plötzlich irgendwo zufasst.

Weil aber nicht alle Hunde, denen Kinder im Alltag begegnen können, so ausgeglichen sind, ist diese Aktion der "Helfer auf vier Pfoten" so wichtig: Hier lernen die Kinder die "goldenen Regeln" im Umgang mit Hunden, damit gefährliche Situationen erst gar nicht provoziert werden. Denn in den meisten Fällen sind Unsicherheit und Missverständnisse zwischen Mensch und Tier der Grund für unerfreuliche Reaktionen.

Thomas Jäger ging nacheinander die "goldenen Regeln" mit den Kindern durch, die sich eifrig meldeten, denn sie waren gut vorbereitet. Dann ging`s in die Praxis: Erstmal durften die Kinder jeden Hund "persönlich" kennenlernen und streicheln, dann gab es Spielvorführungen und Übungen, wie man ein Leckerli richtig gibt, dann durften einige Kinder mal einen Hund an der Leine führen - teilweise mit Hilfe, denn bei den größeren Rassen führte wohl eher der Hund das Kind - und schließlich folgte noch eine richtige "Mutprobe". "Wer möchte sich mal auf die Decke legen und ein Leckerli auf den Bauch bekommen?" Erst Skepsis - und als der Bann gebrochen war, wollten am liebsten alle!

Zwischendurch kamen auch die Krippenkinder auf den Spielplatz. Kita-Leiterin Manuela Deicke war erst skeptisch. "Kein Problem", versicherte Thomas Jäger. Und so war es auch. Die Kleinsten waren ebenfalls total begeistert von den vierbeinigen Besuchern.

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