Von Falk Heidel

Genthin/Burg. Nicht viele Themen sind so heftig umstritten wie die Gartenabfall-Verbrennung: Wird der Landkreis wie vor Jahresfrist den Monat April für die Verbrennung freigeben? "Das steht noch nicht fest", sagte Kreisvorstand Bernd Girke am Dienstag im Umwelt-ausschuss des Kreistags. Demnach sind die entsprechenden Instanzen noch in der Prüfphase, ob es ab 1. April eine Ausnahmeregelung zum eigentlich bestehenden Verbrenn-Verbot geben wird. Auch die Feinstaubbelastung wird eine Rolle spielen. Eine solche Ausnahmeregelung gestattete im vergangenen April das Verbrennen von nicht kompostierbaren Gartenabfällen täglich außer sonntags von 9 bis 18 Uhr. Gleiches galt für den Oktober.

Wie in jedem Jahr entzündet sich an diesem Thema eine brenzlige Debatte, auch in der Volksstimme. Die Gegner sagen: Zum Verbrennen von Gartenabfällen (Rasen-, frischer Baum- und Strauchschnitt, Laub) gibt es mit Biotonnen, Kompost oder Grünschnitt-Sammelstellen längst geeignete Alternativen. Die Feuer-Befürworter argumentieren unter anderem, dass mit einem seriösen Feuer auch Schädlinge bekämpft werden oder Kartoffelkraut beispielsweise nicht verrottet. Dass sich der Landkreis mit einer Entscheidung so schwer tut (immerhin ist es Ende Februar), hängt unter anderem mit den Grünschnitt-Sammelstellen zusammen.

Im Landkreis gibt es derzeit 89 Grünschnitt-Sammelplätze. 6000 Tonnen hat die AJL hier im vergangenen Jahr abgefahren und verarbeitet. Allerdings gibt es diese Sammelstellen nicht flächendeckend. Als unterversorgt gilt vor allem die Region Gommern. Selbst in der Stadt Gommern gibt es keinen Sammelplatz. Könnte das der Grund sein für eine neuerliche Genehmigung der Gartenfeuer im April?