Der Förderverein Schinkelkirche Kleinwusterwitz nimmt Fahrt auf. Der Veranstaltungsplan für 2010 steht, die Mitglieder des noch jungen Vereins finden sich. In ihren Reihen gibt es auch die ersten drei Paten, das sind Mitglieder unter 18 Jahre.

Kleinwusterwitz. Er will in Kleinwusterwitz Großes auf den Weg bringen: der Förderverein Schinkelkirche. Sein Name ist dabei fast Programm: Er hat sich die Sanierung und Restaurierung der Kirche des Stremmedorfes, die nach einem Entwurf von Karl Friedrich von Schinkel, geheimer Oberbaurat und Vorsteher der Oberbaudeputation des preußischen Staates, errichtet wurde, auf die Agenda geschrieben. Wenn das Ehepaar Heike und Jürgen Staschull davon berichten, vor welchen Aufgaben der noch ganz junge Verein damit steht, wird schnell klar, dass es die Kleinwusterwitzer nicht an Ernsthaftigkeit fehlen lassen werden.

Gegenwärtig, erzählt Heike Staschull, sei ein Gutachten in Auftrag gegeben worden, in dessen Ergebnis klar sein wird, wieviel Geld für eine Sanierung der Schinkel-Kirche notwendig sein wird. Ein Fachmann wurde damit beauftragt.

In der Region Genthin ist diese Kirche, die 1977 den Denkmalstatus erhielt, vermutlich die Einzige des preußischen Baumeisters.

Historischer Abriss im A4-Format

Nachdem im März 1838 die alte Kirche in Kleinwusterwitz abgebrochen wurde, begann man unverzüglich mit einem Neubau. Noch im gleichen Jahr erfolgte 1838 in Anwesenheit von Prinz August von Preußen die feierliche Einweihung. Davon berichtet die Kleinwusterwitzer Kirchenchronik. Sie ist auch die Quelle für den Text, zusammengefasst auf einem handlichen Papierbogen im A4-Format, der kurz und knapp Auskunft zur Geschichte des Kleinwusterwitzer Gotteshauses gibt. Heike Staschull, sie ist auch Mitglied des Gemeindekirchenrates, empfiehlt dieses Manuskript Interessenten, die mehr über die Kirche im Stremmeort erfahren wollen.

Mit dem Förderverein steht die Kirche im wahrsten Sinne des Wortes wieder mitten im Dorf. Denn mit einem ideenreichen Veranstaltungsangebot mausert sich der Verein zum Motor des Dorflebens. Mehr noch: Er integriert auch Kinder und Jugendliche in seine Arbeit. So begrüßte am vergangenen Sonntag Heike Staschull die ersten "Paten" des Fördervereins: Nele Reinecke, Janine Kühne und Jessica Lemme. Ihre Aufgaben verbinden sich nicht in erster Linie mit dem Gebäude der Kirche, wohl aber mit christlicher Verantwortung.

Die drei Mädchen stehen ehrenamtlich Senioren für kleine Hilfeleistungen zur Seite, mal den Papierkorb entleeren oder mal einkaufen, was gerade anfällt. "Die drei Mädchen haben gerade mit dieser Arbeit angefangen, wir müssen jetzt sehen, wie das Ganze läuft. Es gibt durchaus Nachfragen von weiteren Interessenten, ebenfalls Pate zu werden", sagt Heike Staschull. Für den Förderverein, betont sie, sei es besonders wichtig, die Generationen im Stremmedorf zusammenzuführen.

Ausstellung von Mai bis Ende Juli

Auf ähnliche Resonanz wie bei den Patenschaften darf der Förderverein durchaus berechtigt bei seinem Veranstaltungsangebot hoffen.

Nach einem gemütlichen Bingo-Nachmittag im Dorfgemeinschaftshaus, bei dem über die nächsten Vorhaben berichtet wurde, steht im Mai in der Kirche eine Ausstellungseröffnung mit Bildern von Dr. Helmut Staschull auf dem Programm, diese Schau wird bis zum 31. Juli zu sehen sein. Im Juni ist ein medizinischer Vortrag geplant und eine Fahrradtour, die ihren Anfang nach einem Gottesdienst an der Kirche nimmt und zum Forsthaus Kater führt.

In der zweiten Jahreshälfte gibt es einen Workshop Filzen. Im September wird sich der Förderverein in die Gestaltung des Tages des offenen Denkmals einbringen. Die Liste der in diesem Jahr bereits festgeschriebenen Veranstaltungen setzt ein Erntedankgottesdienst mit einem anschließenden Umzug und ein Bläserkonzert in der Kirche fort.

Zur Weihnachtszeit gibt es einen Adventsnachmittag der Kirchgemeinde im Dorfgemeinschaftshaus und ein musikalisches Weihnachtsspiel mit den Stremme-Lerchen, in dessen Anschluss ein Glühweinfest gefeiert wird.

Für den Verein wird es zukünftig sehr wichtig sein, die Werbetrommel für seine Vorhaben zu rühren, machte Ortsbürgermeister Jürgen Staschull im Hinblick auf die bevorstehenden Aufgaben klar. Deshalb sei es für den Förderverein Schinkelkirche auch sehr wichtig, bei lokalen Politikern auf offene Ohren zu stoßen. Mit ihrer Hilfe ließen sich Wege ebnen.

Umso mehr begrüße der Förderverein die Mitgliedschaft des Landtagsabgeordneten Detlef Radke in seinen Reihen, betonte Staschull. Radke war im Januar Gast bei der Aufführung des Umwelt-Musicals der Grundschule Schlagenthin im Dorfgemeinschaftshaus gewesen, auch eine Veranstaltung, zu der der Förderverein eingeladen hatte.

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