Gut zweieinhalb Stunden ein richtig tolles Programm haben Kinder und Jugendliche der Gemeinde Elbe-Parey sowie einige aus der Nachbargemeinde Jerichow - Schüler der 10. Klasse der Sekundarschule - im Saal der Alten Gemeinde Parey präsentiert. Bereits zum zwölften Mal fand eine solche Veranstaltung zum Europatag statt.

Elbe-Parey. Videobilder von der Naturkatastrophe in Japan wurden gezeigt, bevor die Kinder des Advent-Kinderhauses Hohenseeden hereinkamen. Ohne Worte wurde damit ein Gefühl dafür vermittelt, dass die Sicherheit und Geborgenheit, in der Kinder in Europa aufwachsen, nicht selbstverständlich ist. Der Solidaritätsgedanke stand im Raum, der auch ein Grundsatz ist für das Thema des Abends: "Europäisches Jahr der Freiwilligentätigkeit". "Allein in der EU sind Millionen Menschen ehrenamtlich tätig", sagte Bürgermeisterin Jutta Mannewitz, und: "Das Ehrenamt fängt im Kleinen an, in Organisationen, Jugendklubs, Vereinen, Feuerwehren..." Ohne Ehrenamt wäre auch die Durchführung des Europatages nicht möglich, betonte sie, denn was hier jährlich auf die Beine gestellt wird, wäre ohne zahllose unentgeltliche Stunden nicht möglich.

Das Grundschulzentrum Güsen war durch 40 kleine Artisten vertreten, die das Publikum begeisterten. Zwei kleine Clowns sorgten für Spaß, Mädchen in tollen Kleidern führten einen gelungenen Tanz auf, es gab eine Akrobatikvorführung und einen "Affentanz".

Ums Ehrenamt drehte es sich auch am Gesprächstisch. Elbauenkönigin Saskia berichtete von ihren beeindruckenden Erlebnissen in den vergangenen zwei Jahren, Landrat Lothar Finzelberg von seinem Amt als Vorsitzender des Kreissportbunds, in dem über 14 000 Menschen organisiert sind und über 400 lizenzierte Übungsleiter tätig, Christa Vaupel ist seit 2004 zusammen mit Hannelore Dümecke ehrenamtlich in der Bibliothek tätig. Nicht wegzudenken ist die Freiwillige Feuerwehr, die hier Steve Flügge und Steffen Fähnrich repräsentierten. "Dem Bürger ist es egal, ob die Freiwillige oder die Berufsfeuerwehr kommt, wenn er die 112 wählt. Er will professionelle Hilfe haben", betonte Flügge.

Ein Dreivierteljahr geprobt hat das Tanz- und Gesangsensemble "Icecream" für den Auftritt dieses Abends. So lange brauchte es, bis aus der Idee, mal was mit Tanz und Gesang zusammen zu machen, diese perfekte Show wurde, blickte Jugendpfleger Manfred Göbel zurück. Er moderierte zusammen mit Alfred Jansky den Abend. "Plötzlich waren vier Titel da, und wir haben geguckt, was man tänzerisch dazu machen kann", beschreibt Göbel die Entwicklung der Show. "Es war schwierig und sehr arbeitsintensiv, weil der Tanz abwechslungsreich sein sollte." Erst als die Choreografie soweit fertig war, wurden die drei Sängerinnen dazu genommen und geschaut, wo sie mittanzen können und wo sich frei bewegen.

Ulrike Paul und Saskia Plötz haben sich bei der Choreografie ganz toll eingebracht, sagt Manfred Göbel. Alles sei selbst ausgedacht, nicht aus Videos entnommen, betont Uli. Marina begann mit "Only Girl" von Rihanna, Elli folgte mit "Tik Tok" von Kesha, Uli mit "Raise your glass" von Pink und zuletzt alle zusammen mit "Like a Lady" von Monrose.

"Vielfalt tut gut" war das Thema des Sekundarschul-Programms. Nur eine 10. Klasse gibt es dieses Jahr an der Schule, "aber sie haben alle mitgemacht", berichtet Musiklehrerin Katrin Kitschke begeistert. Eigentlich sei es eine eher ruhige Klasse, doch davon war an diesem Abend nichts zu merken. So mancher ist regelrecht über sich hinaus gewachsen, ob am Mikro, beim Tanz oder sonstigen Auftritten. Bereits in der Projektwoche im November wurden Ideen entwickelt, und dann wurde geübt, wann immer Zeit war - in den Pausen, nach dem Unterricht. Leicht war das nicht immer, denn die Schüler kommen nicht nur aus Elbe-Pareyer Orten, sondern bis aus Jerichow und Mangelsdorf.

Mit "Elisabeth von Plotho", die auf Zeitreise ging, begann das Programm. Im "Heute" wurde der "Problemkoffer" ausgepackt: 1. Wegen der geburtenschwachen Jahrgänge bastelten sich die Jungs ihre Frauen selbst. 2. Der Fitnesswahn wurde thematisiert (Witzig: Fitness bei der Hausarbeit) und 3. Armut und Kriege - Elli sang "Dear Mr. President". Dann ging\'s um Träume - Spaß haben, Star sein, einen perfekten Arbeitstag, Action, Freiheiten ausleben, Künstler sein - unterbrochen durch gut bekannte Werbeszenen. Die Schülerband war wieder dabei, und zum Schluss tanzten alle aus der Klasse zu "Glow", bevor der Abend mit der Premiere des neuen Elbe-Parey-Lieds zum zehnjährigen Bestehen der Gemeinde ausgeklungen ist.

   

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