Vier Jahre ist es nun schon her, dass Chor und Apsis der Kirche in Kade restauriert wurden. Nun sollen Decke und Wände des Kirchenschiffs folgen. Gestern gab es eine Vorabsprache, bei der der ungefähre Ablauf der Arbeiten festgelegt wurde. Auch ging es um die Arbeiten drumherum - Ausräumen der Bänke, Schutzplanen aufhängen, Bänke und Holzboden streichen.

Kade. Der Förderverein Kader Kirchen und die Kirchengemeinde hatten sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis zum 100. Jubiläum der großen Restaurierung der Kirche, die im Jahr 1913 erfolgte, soll das gesamte Kirchenschiff hergerichtet sein. Schon in diesem Jahr, voraussichtlich bis September, wird das Kirchenschiff nun fertig restauriert sein.

Etwa 56 000 Euro wird dieser Restaurierungsabschnitt kosten, erklärte Siegfried Koch, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins. Die Leader-Förderung in Höhe von zirka 21 000 Euro sei bewilligt, und Förderverein und Ortschaft Kade beziehungsweise Einheitsgemeinde Stadt Jerichow werden sich mit insgesamt etwa 10 000 Euro beteiligen. Der andere Teil kommt aus verschiedenen Fonds der Kirche.

Wie schon die Restaurierung von Chor und Apsis vor vier Jahren übernimmt wieder Restaurator Tom Zimmermann aus Potsdam den Auftrag. An seiner Seite hat er den freiberuflichen Restaurator Kai Berger, mit dem er bereits öfter zusammengearbeitet hat, sowie weitere Mitarbeiter. Mit vor Ort war gestern auch Maurermeister Falko Kranz, der die Putzarbeiten übernimmt. Denn an einigen Stellen sind erhebliche Putzschäden zu reparieren, insbesondere in einigen Fensterwölbungen oberhalb der Empore.

An der hölzernen Decke müssen, bevor die Ausmalung restauriert werden kann, die deutlich sichtbaren Wasserschäden beseitigt werden. Tom Zimmermann hat dafür einen gut funktionierenden Trick, der ebenso einfach wie effektiv ist: Die Decke wird mit Kompressen eingepackt - im Grunde nichts anderes als Küchenpapier, getränkt mit destilliertem Wasser. Die ins Holz eingedrungenen Stoffe, die die Flecken verursachen, werden auf diese Weise herausgesaugt.

Losgehen soll es in der ersten Juliwoche, nach der Hochzeit, die für den 2. Juli geplant ist. Dann sollen zunächst die Bänke ausgebaut werden. Dafür werde noch Hilfe gebraucht, kündigt Siegfried Koch an. Bereits im Vorfeld seien die anderen Vereine angesprochen worden und haben auch Hilfe zugesichert, sagt er. Auch weitere Bürger, die nicht in Vereinen sind, wollen helfen. Vom Baugeschäft Kühne werde es Unterstützung in Form einer Rüstung geben.

Die Kirchenbänke sollen während der folgenden Wochen in Eigeninitiative nach und nach abgeschliffen und neu gestrichen werden. Dafür wird noch eine geeignete Örtlichkeit gesucht.

In der zweiten Juliwoche sollen die Putzarbeiten erfolgen. Während der Putz trocknet, werden sich die Restauratoren zunächst der Decke widmen.

In ausgezeichnetem Zustand ist immer noch die Farbe an den Emporen. Jürgen Bürstenbinder vom Förderverein äußerte sich begeistert über die Qualität, die vor nunmehr fast hundert Jahren abgeliefert wurde. Lediglich eine Reinigung ist hier nötig.

Mit dabei war gestern auch Pfarrer Dr. Reinhard Simon. Er überlegte bereits, wann der Einweihungsgottesdienst stattfinden kann. Dazu sollen noch weitere Absprachen erfolgen. Etwa Mitte Oktober wird es soweit sein, versicherten auch die Restauratoren. Bis dahin wird auch wieder alles eingeräumt und geputzt sein.

 

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