Jerichow (sta). Die Fortsetzung der Karl-Liebknecht-Straße in Jerichow, die in der scharfen Kurve der Bundesstraße 107 links in Richtung Alte Elbe/Bucher Brack abzweigt, endet nach vielleicht 50 Metern im Wasser. Am Dienstag war ein Zipfel des landwirtschaftlichen Wegs, der hier hinten um die Stadt herumführt, noch trocken – jetzt steht das Wasser bereits wieder bis hinein in die Zufahrtsstraße. Der am Dienstag aufgeschüttete Erdwall wurde inzwischen mit Folie und vorbereiteten Sandsäcken weiter aufgestockt, um die dahinterliegenden Grundstücke zu sichern. Jerichows Bürgermeister Harald Bothe ist ärgerlich: "Erst wurde die Prognose zurückgenommen und es hieß, dass doch keine 7,10 Meter kommen sollen, und dann wurde sie sogar noch erhöht und es sollen 7,15 Meter werden!"

Dass genaue Vorhersagen schwierig sind, versteht er, aber hier im Bereich der Jerichower Deichlücke kommt es eben auf jeden Zentimeter an. Nur wenige Zentimeter mehr, und das Wasser überflutet gleich große Flächen – bebaute Flächen. Offensichtlich, stellt Bothe fest, stimmen die Prognosen nicht mehr, wonach es nur alle 50 bis 100 Jahr solche Wasserstände geben soll, dass es hier Probleme gibt. Seit dem Hochwasser 2002 kämpfen die Jerichower deshalb um einen vernünftigen Hochwasserschutz für diesen Bereich. Die aktuell favorisierte Variante sehe so aus, dass der Acker hinter der Brack und ein Teil hinter den Gärten verwallt werden soll, sagte Bothe. Für die anderen Teile sollen als mobile Lösung spezielle große, mit Wasser zu befüllende Schläuche angeschafft werden. Bothe hofft, dass dieses Jahr endlich etwas daraus wird.

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