Im Halberstädter Bahnhof gibt es große Probleme mit Vandalismus, wie die städtische Holding Nosa auf Nachfrage der Volksstimme bestätigt. Vor allem die Toiletten sind immer wieder Ziel der Vandalen. Der Schaden beläuft sich auf mehrere tausend Euro im Jahr.

Halberstadt l Das Tor zur Stadt Halberstadt, der Bahnhof, wird nicht saubergehalten, kritisiert Hans-Rüdiger Breyer. Dem Halberstädter, selbst eifriger Bahnfahrer, wie er sagt, ist aufgefallen, dass das Haus gerade an den Wochenenden einen traurigen Eindruck hinterlässt. "Das war nicht immer so. In den ersten Jahren nach der millionenschweren Sanierung des Bahnhofes gab es keinen Grund zur Klage, jetzt sieht es anders aus." Der Bahnhof sollte das Aushängeschild der Stadt sein, für das man sich nicht schämen müsse, so Breyer.

"Erst am Donnerstag habe ich wieder zehn Strafanzeigen gestellt."

Gerhard Bieler, Geschäftsführer der städtischen Holding Nosa

Gerhard Bieler, Geschäftsführer der Nosa, der Eigentümerin, kann die Kritik zum Teil verstehen. "Die Putzleistungen werden allerdings umfangreich erbracht", so Bieler. In der Zeit von Montag bis Sonnabend würden die Mitarbeiter einer Reinigungsfirma das Gebäude zwei- bis dreimal am Tag reinigen. Nur sonntags nicht, weil das nicht bezahlbar wäre. Etwa 3500 Euro würde die städtische Holding Nosa monatlich für das Reinemachen des Gebäudes und des Umfeldes ausgeben, wozu auch die gebührenfreien Parkplätze gehören. "Das erfolgt gründlich, den Mitarbeitern der Firma kann man keine Vorwürfe machen."

Der Geschäftsführer kennt das eigentliche Problem. Das sei der Vandalismus. Verwüstete Toilettenanlagen oder andere Zerstörungen würden bei den Gäste des Bahnhofs den Eindruck erwecken, dass das Haus ungepflegt sei. "Erst am Donnerstag habe ich wieder zehn Strafanzeigen gegen Randalierer gestellt", berichtet Gerhard Bieler. Das sei kein Einzelfall.

"Die Nosa muss pro Jahr etwa 20 000 Euro investieren, um die Vandalismusschäden beheben zu lassen."

Toilettentüren werden eingetreten, Scheiben und Lampen zerstört, Seifenspender gestohlen und Wände mit Farbe und Exkrementen beschmiert. Kürzlich hätten Unbekannte im sogenannten Warteei versucht, Holzlatten von den Wänden zu reißen, Schaden etwa 2000 Euro. Oder Klopapierollen werden in die Toilettenbecken gestopft bis diese verstopft sind, dann wird gespült und das Wasser überflutet alles, zählt Bieler nur einige Vorfälle von einer langen Liste der Grausamkeiten auf. "Kein Wunder, wenn die Bahnhofsgäste unzufrieden sind." "Die Nosa muss pro Jahr etwa 20 000 Euro investieren, um die Vandalismusschäden beheben zu lassen." Zum großen Teil bleibt die Nosa auf den Kosten sitzen, weil Versicherungen wegen der Häufigkeit der Vorfälle nicht mehr zahlen.

"Wenn man jemanden erwischt, ist bei dem meist nichts zu holen."

Die Randalierer stellt man nur selten. Obwohl die Bundespolizei zivil und uniformiert im Gebäude Streife läuft. "Wenn man jemanden erwischt, ist bei dem meist nichts zu holen, um die Schäden zu beheben", bedauert der Nosa-Geschäftsführer. Eine Video-Überwachung käme wegen des Datenschutzes nicht in Frage, wobei das im Toilettenbereich sowieso problematisch sei. "Die Situation, wie sie ist, gefällt uns auch nicht. Der Bahnhof muss das attraktive Aushängeschild der Stadt bleiben", betont Gerhard Bieler.

Im Fall der Toiletten lässt die Nosa derzeit ein Bewirtschaftungsmodell überprüfen. Bedeutet, während der Öffnung des Bahnhofsgebäudes in der Zeit von 4.30 bis 22 Uhr betreut eine Frau oder ein Mann das stille Örtchen. Ob dies wirtschaftlich zu betreiben ist, sei noch offen.

 

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