Halberstadt/Emersleben l Die Kameraden der Ortsfeuerwehr Emersleben sind nicht nur Garant für die Sicherheit der Emerslebener Einwohner, sondern im Notfall auch im benachbarten Vorharz zur Stelle. Ein zukunftsweisendes Projekt, wie Stadtwehrleiter Harald Böer würdigt.

An die Bedeutung dieser grenzübergreifenden Hilfe erinnerte Ortswehrleiter Thomas Küppers in der Jahreshauptversammlung der Emerslebener Wehrleute. Im Rahmen dieser Kooperation seien die Feuerwehrleute im vorigen Jahr zu sieben Einsätzen nach Schwanebeck und in den Ortsteil Nienhagen ausgerückt.

Ein Fakt, der die Notwendigkeit der Zusammenarbeit der Floriansjünger einmal mehr unterstreicht. Zum einen geht es darum, jederzeit die nötige Mindesteinsatzstärke zu erreichen. Zum anderen kommt im Grenzgebiet zwischen dem östlichen Stadtrand und der Verbandsgemeinde Vorharz ein besonderer Aspekt hinzu: Die Feuerwehr im Schwanebecker Ortsteil Nienhagen ist vor einigen Jahren aufgelöst worden, Brandschutz und Gefahrenabwehr stemmen seither die Feuerwehren in Schwanebeck und Emersleben grenzüberschreitend Hand in Hand.

Die sieben Einsätze auf fremden Terrain machten knapp ein Drittel aller Einsätze der Ortswehr Emersleben aus. Wehrchef Küppers bezifferte deren Gesamtzahl im Jahr 2013 auf 20. Neben fünf klassischen Brandeinsätzen stünden auch acht technische Hilfeleistungen und sieben Fehlalarmierungen aufgrund von Brandmeldeanlagen im Einsatzbuch.

Wehrleiter Thomas Küppers berichtete den anwesenden Mitgliedern, dass die 16 aktiven Wehrmitglieder aus Emersleben im Jahr 2013 insgesamt 440 Ausbildungsstunden geleistet haben. Dies sei ein Rückgang gegenüber 2012 um 77 Stunden. Der Oberbrandmeister mahnte an, die Teilnahme an der Aus- und Weiterbildung nicht zu vernachlässigen.

"Neue Wege der Kooperation zu gehen, ist eine Form der Zukunftssicherung für den Brandschutz und Hilfeleistung in der Fläche."

Harald Böer, Stadtwehrleiter in Halberstadt

Parallel zu dieser Ausbildung vor Ort absolvierten Tobias Hafert, Thomas Küppers und Martin Rapmund Weiterbildungen auf Kreisebene. "Tobias Hafert hat erfolgreich am Maschinisten-Lehrgang teilgenommen. Zusammen mit Martin Rapmund habe ich ein Notfall-Training der Deutschen Bahn absolviert", berichtet Küppers. Dabei sei ihnen vermittelt worden, wie bei Zugunglücken vorzugehen ist, um die Personenrettung zu optimieren. Ein weiterer Schwerpunkt seien Rettungseinsätze unter Bahn-Fahrleitung gewesen.

Ein erfreuliches Bild der Kinder- und Jugendarbeit skizzierte Melanie Schulz in ihrem Bericht. "Nach einem längeren Dornröschenschlaf besteht unsere Kinder- und Jugendfeuerwehr heute wieder aus 14 Mitgliedern. Dank der engen Zusammenarbeit mit den Wehren in Halberstadt konnte den Mitgliedern eine interessante Freizeitgestaltung geboten werden", so die Verantwortliche für die Nachwuchsabteilung.

Obendrein zeige die Nachwuchsarbeit bereits erste klare Ergebnisse, ergänzt Oberbrandmeister Küppers. Das 16 Jahre alte Jugendwehr-Mitglied Maria Ring stehe unmittelbar vor dem Sprung in die eigentliche Feuerwehr. "Sie kann jetzt schon bei Einsätzen mithelfen, soll in diesem Jahr ihre Truppmann-Ausbildung absolvieren, damit sie mit 18 Jahren vollwertiges Wehrmitglied bei uns sein kann." Und damit nicht genug: "Maria Ring möchte künftig zusammen mit Melanie Schulz die Kinder- und Jugendfeuerwehr leiten." Für Küppers ein tolles Beispiel, wie perfekte Nachwuchsarbeit aussehen kann. Unterstützt werde Melanie Schulz dabei von mehreren Wehrmitgliedern.

Melanie Schulz nutzte die Gelegenheit, um sich im Namen der Kinder und Jugendlichen bei ihnen zu bedanken. Worte des Danks gab es auch für den Feuerwehr-Förderverein Sankt Florian aus Halberstadt. Dieser habe nicht nur das Stadtzeltlager unterstützt, sondern auch bei der Anschaffung einer Digitalkamera für die Einsatzdokumentation geholfen.

"Weniger Personal, weniger Geld und auch weniger Zeit - das sind die Problemfelder, mit denen die freiwilligen Feuerwehren zunehmend fertig werden müssen." So beschrieb Stadtwehrleiter Harald Böer die gegenwärtige und vor allem die künftige Situation der Wehren. "Neue Wege der Kooperation zu gehen, ist eine Form der Zukunftssicherung für den Brandschutz und Hilfeleistung in der Fläche", erinnerte Brandrat Böer. Die Kooperation zwischen Stadt und Verbandsgemeinde Vorharz sei vor diesen Hintergrund nur konsequent und folgerichtig.

"Mit 16 Aktiven ist unsere Ortswehr nicht ausreichend besetzt - vor allem nachts haben wir Einsatzprobleme. Es ist wirklich fünf vor Zwölf."

Thomas Küppers, Ortswehrleiter in Emersleben

Ebenso eng sei mittlerweile die Kooperation zwischen der Ortsfeuerwehr im Kerngebiet der Kreisstadt und der Feuerwehr im benachbarten Harsleben. Gerade in Tageszeiten, in denen es personelle Besetzungsprobleme gebe, sei dies das Gebot der Stunde.

Und hier seien die Probleme längst akut, ergänzt Thomas Küppers. "Mit 16 Aktiven ist unsere Ortswehr nicht ausreichend besetzt - vor allem nachts haben wir Einsatzprobleme. Es ist wirklich fünf vor Zwölf."