Dedeleben l Auf dem alten Molkereischornstein in Dedeleben wohnen seit vielen Jahren Störche. Das einst ungewöhnlich hohe und schwere Nest wurde im Beisein des Weißstorch-Beauftragten Georg Fiedler aus Rohrsheim und dem ersten Vorsitzenden des Naturschutzbundes (Nabu) Harz, Dr. Günter Karste, von einem Landpflege Fachbetrieb aus Wernigerode grundlegend erneuert. "Im Nest befindet sich jetzt ein Abfluss für das Regenwasser", sagte Fiedler erfreut.

Seit einigen Tagen bessern drei Mitarbeiter eines Familienbetriebes aus Magdeburg, der Schornstein- und Betonsanierung Freitag Sohn, diesen maroden Schornstein aus. Sie erledigen Aufträge in der gesamten Bundesrepublik. Für die Fugen des Molkerei-Schornsteins in Dedeleben verwenden die Fachkräfte einen Spezialmörtel. "Vom Erdboden bis ganz oben ist dieser Schornstein fast 18 Meter hoch", informierte Wolfgang Freitag.

"Wir wollen alle, das die Störche hier weiterhin in Ruhe und ohne Gefahren leben können."
Gerhard Madlo (80), Dedeleben

Die für diese Aufgaben spezialisierten Fachkräfte tauschen während der Sanierung auch acht Unterlegringe aus, die den Schornstein umfassen. "Mindestens 200 Steine mussten wir erneuern", berichtete Sven Freitagund. Zusätzlich montierten die Magdeburger eine neue, 14 Meter lange Schornsteinleiter.

Grundstückbesitzer Ivonne und Ralf Denecke, die sich vor einiger Zeit mit dem Nabu in Verbindung setzten und die die Arbeiten in die Wege leiteten, beobachteten erfreut die Fortschritte. Gerhard Madlo, ein weiterer Nachbar der langbeinigen Schornsteinbewohner, betonte: "Das ist sehr gut, dass der Schornstein saniert wird. Wir wollen alle, dass die Störche hier weiterhin in Ruhe und ohne Gefahren leben können."

Der Senior kennt auch die Geschichte des Gebäudes: Ein Stein in einem der Molkereigebäude trage die Zahl 1903 als Erinnerung an das Baujahr. Der ehemalige Molkereibesitzer hieß Anton Nikolaus. "Bis Anfang der 1960er Jahre ist diese Molkerei in Betrieb gewesen", berichtet Gerhard Madlo (80).

Insgesamt belaufen sich die Sanierungskosten auf etwa 15000 Euro. Möglich wurden die Arbieten nur, weil sich Günter Karste (Nabu) mit dem "Vogelschutz - Komitee e. V." in Göttingen in Verbindung gesetzt hatte. Der dortige Verantwortliche, Dr. Eberhard Schneider, sagte die finanzielle Unterstützung für das Dedeleber Storchennest zu. Eine beispielhafte Zusammenarbeit und tolle Sache, darin sind sich die Experten und Nachbarn des Nestes einig.

Nun warten sie gespannt auf die Ankunft der gefiederten Bewohner.