Huy-Neinstedt l "Sie war eine fleißige Mitarbeiterin", lobte Vertriebsinspektor Hans Pagen die Arbeit von Inge Lodahl bei deren Verabschiedung. Gemeinsam blickten beide noch einmal zurück. Der Liebe wegen zog die Klein Quenstedterin 1974 zu ihrem Wolfgang in den Huy. Zunächst arbeitete sie in einem Halberstädter Kindergarten und übernahm 1985 den Huy-Neinstedter Dorfkonsum. Leider wurde dieser 1991 geschlossen und Inge Lodahl musste sich nach einer anderen Beschäftigung umsehen. Das war nicht so einfach. Erst zehn Jahre später fand sie mit dem Austragen der "Volkstimme" eine regelmäßige Beschäftigung. Außenstehende mögen denken, in dem kleinen Ort mit 75 Haushalten sei das kein Problem. "Unsere Wohngebiete ziehen sich vom Wasserwerk in Richtung Anderbeck bis zum Forsthaus am Huy so in die Länge, dass es ohne Auto nicht zu schaffen war", erzählte Inge Lodahl. Auch, wenn es nur neun Haushalte waren, auch die Einwohner des kleinen Fleckchens Wilhelmshall wollten pünktlich ihre "Volksstimme" lesen.

"Unsere Austrägerin war sehr zuverlässig", bestätigte der Wilhelmshaller Werner Gringmuth und erzählt von einem besonderen Service. Morgens um halb sechs wurde an seinem Haus kurz geklingelt. Dann ging es bei Gringmuths gleich ans Zeitungslesen.

Der Arbeitstag für Inge Lodahl in Huy-Neinstedt hatte da schon vor zwei Stunden begonnen. "In den vergangenen Jahren kam die Biber-Post hinzu, die musste ich vorher noch sortieren".

Im Winter sei die Arbeit in den den Huy-Bergen oft kein Spaß gewesen. Aber größere Zwischenfälle gab es zum Glück nicht. "Die Leute warteten schon auf ihre Zeitung und waren dankbar".

Jetzt kann sich Inge Lodahl etwas mehr Ruhe gönnen und die Zeit mit ihrem Ehemann, einem Ingenieur für Landtechnik, genießen. Dann sei da noch der Garten am Haus und die vier Enkelkinder, von sechs bis zwölf Jahren. Die Familien ihrer zwei Kinder brauchen oft genug Unterstützung, wenn die Eltern beruflich unterwegs sind. Langeweile wird es deshalb bei Inge Lodahl in Huy-Neinstedt nicht geben.