Wernigerode/Brocken (im) l "Das Kleinflugzeug war jüngst entgegen anderslautender Meldungen nicht direkt in den Brockengarten gestürzt, sondern nur unmittelbar daneben." Friedhart Knolle hatte eigenem Bekunden nach zahlreiche Nachfragen, wie es denn um die beliebt Anlage nach der Katastrophe vom 11. April auf dem höchsten Harzgipfel bestellt ist.

Diese sei in ihrem Betrieb nicht wesentlich beeinträchtigt worden und die Absturzschäden an der schutzwürdigen Vegetation hielten sich in Grenzen, versichert der Nationalpark-Sprecher. Im Gegenteil, so Friedhart Knolle: "Der Garten öffnet seine Pforten zehn Tage früher als in den vergangenen 24 Jahren."

Obwohl der Winter 2013/2014 kein richtiger gewesen sei, habe sich der Brockengarten noch im März zum Teil mit Schnee bedeckt präsentiert. Die hohen Temperaturen in der zweiten Hälfte des Monats hätten allerdings dazu beigetragen, dass dieser schnell verschwand. Der Parksprecher: "Bereits Ende März blühten die ersten Steinbrech- und Mannsschildarten."

Deshalb hätten die ersten Arbeiten zur Intstandsetzung schon Anfang April beginnen können. Dadurch wird die erste Gartenführung der Saison 2014 am Dienstag, 6. Mai, um 11.30 Uhr beginnen. Friedhart Knolle: "Eine Vielzahl blühender Primelgewächse, Steinbrecharten, Felsenblümchen sowie viele Arten mehr werden zu bestaunen sein." Und: "Auch die heimische Brockenanemone wird den Gästen ihre Blüten zeigen."

Die Brocken- und Nationalpark-Besucher würden ab morgen regelmäßig von Montag bis Freitag um 11.30 und 14 Uhr von den Mitarbeitern durch die Anlage geführt. An den Wochenenden seien Besichtigungen in Kombination mit der Führung über den Rundwanderweg durch einen Ranger möglich. Zusätzlich könnten botanisch-gärtnerisch interessierte Gruppen an allen Wochentagen nach Anmeldung unter Telefon 01 70/ 5 70 90 15 oder (0 39 43) 55 02 20 durch das alpine Refugium geleitet werden.

Allerdings gebe es auch einen Wermutstropfen. Da der Brockengarten seit Mitte März weitestgehend schneefrei sei und die meisten dort kultivierten Pflanzen eine lange Bedeckung gewohnt seien beziehungsweise diese sogar für ein gutes Gedeihen benötigten, sei der Klimaverlauf für sie sogar ungünstig gewesen. Friedhart Knolle: "Ob und wie hoch die Ausfälle im Winter 2013/2014 waren, kann erst Mitte Juni richtig eingeschätzt werden."