Natürlich: Will man die Debatte um die aus Kostengründen demontierte Ampel und den Unfalltot seriös führen, darf ein Aspekt nicht negiert werden: Die Frage, ob die Seniorin ein rotes Ampellicht registriert hätte, bleibt für immer unbeantwortet.

Gleichwohl ist eines unstrittig: Eine Ampel ist und bleibt die erste Wahl, um das Miteinander von Passanten und Autos so sicher wie möglich zu gestalten. In der Kühlinger Straße stand die Ampel seit den 1990er Jahren und aus gutem Grund. Diese Querung ist eine Hauptachse für viele Passanten ins Stadtzentrum und kreuzt eine frequentierte Straße. Die Polizei hätte die Ampel von sich aus daher nicht in Frage gestellt.

Die Ampel allein aus Kostengründen abzuschaffen, ist unverantwortlich und falsch. Nun ist passiert, wovor viele gewarnt haben: Für nicht mal 2000 Euro Einsparung pro Jahr bei einem Millionenloch im Haushalt ist womöglich ein Mensch gestorben.

Die Ursachen dafür haben viele gesetzt: Ein Land, in dem immer mehr Kommunen notorisch klamm sind. Eine Kommunalaufsicht, die Gemeinden auf Biegen und Brechen zum Sparkurs verdonnert. Eine Verwaltung und ein Stadtrat, die sich dem Spardiktat nicht widersetzen und den Weg des geringsten Widerstands wählen. Und Behörden, die eine so fatale Entscheidung mit Bauchschmerzen absegnen.

Sie alle müssen jetzt in sich gehen, umdenken und ihre damalige Entscheidung selbstkritisch hinterfragen: Sind jene läppischen Einsparungen dieses Risiko - und in letzter Konsequenz Menschenleben - wirklich wert?