Die letzte Ruine am Domplatz ist verschwunden. Die als Alte Schmiede bekannte Kurie an der Nordseite ist saniert. Die Stiftung Dome und Schlösser des Landes und die Stadt investierten rund 460 000 Euro.

Halberstadt l Es gibt Halberstädter, die kennen die Stolbergsche Kurie am Domplatz 33 noch als Berufsschule. Vielen jedoch ist das Gebäude als Kriegsruine bekannt, die bis vor Kurzem einen traurigen Anblick bot.

Inzwischen ist das Haus in einem ansehnlichen Zustand, Nicht nur, weil sich die Fassade nun in hellem Sandsteinbeige präsentiert. Ein ordentliches Dach, neue Fenster sind weitere äußere Anzeichen der Wandlung. Im Inneren des Hauses existieren wieder zwei nutzbare Geschosse, jeweils 190 Quadratmeter bieten die Etagen an nutzbarem Raum. Die Mitte des Gebäudes dominiert ein großes Treppenhaus, die Treppe selbst hält sich in ihrer Stahl-Holz-Konstruktion fast unscheinbar an der linken Seite des großzügigen, bis ins Dach offenen Raums. Im Keller liegen die Leitungen für Fernwärme, Wasser und Abwasser. Man erkennt, in den Gewölberäumen sollen später die Sanitäranlagen und der Hausanschlussraum Platz finden.

"Dankenswerter Weise hat uns Harry Leibitzki Wege- und Leitungsrechte eingeräumt, sodass wir ohne Probleme auch mit großen Baufahrzeugen anrücken konnten", sagt Volker Lind. Denn das Grundstück des einstigen Domherren-Wohnsitzes ist klein. Auf der Rückseite sind es 80 Zentimeter, und die einstige Torzufahrt gehört auch nicht mehr dazu. "Um so schöner, wenn man so unkompliziert mit Nachbarn Lösungen findet", sagt Volker Lind.

Er steht in einem Raum, in dem Reste von alten Fialen des Domes liegen und die Teile der großen Kreuzblume, die einst an der Domschule den Eingang zierte. Hier sei man in Kontakt mit der Hochschule Harz, ob man diesen steinernen Zierrat nicht wieder an seinem Stammplatz anbringen kann. Gehört der Schulbau an der Südseite des Platzes jetzt doch zur Hochschule.

"Als Dombaumeister", bekennt Lind, "schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Es ist toll, dass diese Ruine endlich verschwunden ist und wir einen Raum haben, in dem zum Beispiel im Frühjahr und Sommer die Einhausungen für die Strebepfeiler-Figuren lagern. Andererseits fehlt das Geld, das die Stiftung hierfür ausgegeben hat, dann dem Dom."

Rainer Schöne steht gemeinsam mit Lind und Eta Erlhofer-Helten von der Domstiftung in der Alten Schmiede und berichtet, dass er für dieses Gebäude bereits als Student in den 1960er Jahren eine Planung gemacht hatte. "Damals gab es Überlegungen, dass hier die Gleimhaus-Bibliothek einzieht", berichtet Schöne, der viele Jahre Stadtbaudezernent war. Bei der nun erfolgten Sanierung war er als freier Mitarbeiter für die Planungen zuständig.

Möglich wurde das 2012 begonnene Bauprojekt, weil die Dom-Stiftung rund 280 000 Euro zur Verfügung stellte und die Stadt 180 000 Euro aus der Städtebauförderung.

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