Offene Freizeitangebote und Spaß am Werkeln – das ist es, was die jungen Besucher des Aktivspielplatzes "Plansch" schätzen und lieben. Hier können sich gestresste Schüler körperlich austoben.

Halberstadt. Seit über fünf Jahren befindet sich der Aktivspielplatz "Plansch" in der Obhut des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB). Seitdem hat sich viel getan auf dem Platz an der Hühnerbrücke.

Durch Spenden und die Hilfsbereitschaft von Halberstädtern und lokalen Unternehmen ist ein Gelände entstanden, auf dem sich Kinder und Jugendliche körperlich austoben können. Unter der Aufsicht von Handwerker-Experten haben sie Holzhütten zu verschiedenen Zwecken gebaut. Außerdem gibt es einen großen, freien Platz für Ballsportarten jeder Art. Die beiden Holzcontainer am Rande des Geländes werden für Indoor-Aktivitäten genutzt, wie zum Beispiel zum Basteln, Malen und Gesellschaftsspiele oder Playstation spielen.

"Unsere Besucher halten sich viel lieber draußen auf."

"Unsere Besucher halten sich eh viel lieber draußen auf. Dafür ist der Plansch ideal", erzählt Sabine Kotyrba, die einzige festangestellte Mitarbeiterin. Zusammen mit drei 1-Euro-Jobbern übernimmt sie die Aufsicht der in der Regel 6- bis 16-Jährigen. "Jeden Tag haben wir zirka 20 bis 30 Besucher hier. Im Winter sind es natürlich etwas weniger", so Sabine Kotyrba. Doch das Wetter hält die Kinder nicht davon ab, den Plansch zu nutzen. "Hier herrscht ein vernünftiges Miteinander", berichtet sie. "Kinder aus Förderschulen spielen zusammen mit Nachbarkindern und Gymnasiasten. Sie verstehen sich einfach und achten auf den Zusammenhalt."

Neben dem großen Freizeitangebot auf dem Platz werden auch kurze Ausflüge unternommen. Zum Beispiel zum Klettern im Park am Ententeich oder zum Siebdruck in die Zora. Das alles kostet die jungen Teilnehmer nichts. Der ASB versucht, die Kosten durch Spenden zu decken. "Wir sehen öfter mal Kinder am Rand stehen, die sich nicht reintrauen, weil sie denken, sie zahlen hier Eintritt", erzählt Sabine Kotyrba. "Aber das müssen sie nicht. Der Plansch ist für alle kostenfrei."

Große Feste werden des Öfteren veranstaltet. Traditionell zu Ostern und zu Weihnachten. Kinder feiern ihren Geburtstag, sogar Abschlussfeten ganzer Schulklassen steigen hier. Dazu gibt es überdachte Sitz-ecken und eine "Grilltonne". "Wir bauen sogar selber Kürbisse an, die wir zu Halloween aushöhlen und essen", fügt Kotyrba hinzu. Vergangenes Jahr fand dazu eine große Party statt, zu der sogar Eltern und Nachbarn erschienen und mitfeierten. Das Essen und die Dekoration müssen allerdings immer selbst mitgebracht werden. Oft ziehen die Mitarbeiter auch los, um sich an den Haustüren Kleinigkeiten zu erbetteln. Denn dafür reicht das ihnen zugewiesene Geld nicht aus. Laut Kotyrba seien die Menschen aber immer sehr hilfsbereit gewesen.

"Hier herrscht ein vernünftiges Miteinander."

Ganz dick auf dem Plan steht Fußball. Täglich rollt der Ball über das Gelände. Die Begeisterung der Kinder und Jugendlichen ist sogar so groß, dass sie im Sommer ein Turnier veranstalten wollen, um mit dem Eintrittsgeld den Ausbau des Spielplatzes zu unterstützen. An den heißen Tagen erfrischen sich die Besucher mit einer Wasserschlacht. Aus dem Frischwasserbrunnen schöpfen sie mit Plastiktassen Wasser, mit dem sie sich gegenseitig bespritzen oder werfen mit Wasserballons um sich. Viele neue Ideen regen sie zu weiteren verrückten Aktionen an. Langeweile ist auf dem Plansch kein Thema.

Über die Jahre ist der Spielplatz zu einem wichtigen Anlaufpunkt für immer mehr junge Leute geworden. Sabine Kotyrba sieht den Grund in der finanziellen Lage der Eltern. Viele Familien hätten nicht mehr das Geld, um in den Urlaub zu fahren, meint sie. Deswegen verbringen die Kinder immer mehr Freizeit auf dem Plansch. Die körperliche Bewegung hilft ihnen auch dabei, Aggressionen und Schulstress abzubauen. Nebenbei lernen sie noch richtig viel. Denn dadurch, dass sie ihre Spielgeräte selber bauen, bekommen sie gleich Unterricht im Handwerk und den richtigen Umgang mit Werkzeug vermittelt.

Der Aktivspielplatz ist zu folgenden Zeiten geöffnet: im Sommer montags bis freitags von 13 bis 19 Uhr, sonnabends von 12 bis 18 Uhr, in den Ferien von 10 bis 19 Uhr; im Winter montags bis freitags von 12 bis 18 Uhr, sonnabends von 11 bis 17 Uhr, in den Ferien von 10 bis 18 Uhr.

 

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