Osterwieck l Die Umleitungsstrecke über den Ziegeleiweg war schon in der Vorbereitung gewesen. Das Grün am Wegesrand zurückgeschnitten, Gewerbetreibende aus der Straße für den 22. Mai zu einer Informationsversammlung eingeladen. Ganz kurzfristig wurde diese abgesagt. Aus gutem Grund. Angesichts vieler Probleme am Ziegeleiweg hat die Landesstraßenbaubehörde die Umleitungsfrage nochmal überdacht. Es hätten 600 Meter geschotterter Weg asphaltiert werden müssen. Dieser schmale Teil wäre nur einspurig per Ampelregelung befahrbar gewesen. Obwohl nur für Busse gedacht, hätten den Weg auch viele weitere Fahrzeuge genutzt. Dabei haben die Fußgänger keinen Gehweg an der Straße. Es hätten im Wohngebiet Einbahnstraßen eingerichtet werden müssen mit wieder neuen Problemen für die Müllentsorgung. René Franke aus der Landesstraßenbaubehörde in Halberstadt zählte eine ganze Reihe Probleme auf, die nun mit der neuen Lösung verschwunden sind.

Die Landesbehörde ist für das Bauvorhaben zuständig, weil die Brücke dem Land Sachsen-Anhalt gehört und darüber eine Landesstraße führt. Am 30. Juni wird nun die beauftragte Blankenburger Baufirma in Osterwieck damit beginnen, zunächst einen Brückendamm auf der Krankenhausseite neben dem alten Bauwerk zu errichten. Zwölf Stahlrohre mit jeweils 90 Zentimeter Durchmesser werden in den Fluss gelegt und darauf eine relativ tief liegende, einspurige Asphaltstraße gebaut. "Das ist kein Experiment. So etwas haben wir auch schon an Selke und Bode verwendet", erklärte Franke, der als Brückenspezialist das Osterwiecker Vorhaben für die Landesstraßenbaubehörde überwachen wird.

Vom Krankenhaus her gibt es bereits eine hinabführende Zufahrt, auf der Seite der Straße An der Ilse muss diese noch geschaffen werden. Gut eine Woche wird für den Dammbau gerechnet. Ab 7. Juli soll die alte Brücke voll gesperrt werden. Sie wird einem Neubau weichen.

Die Bauschaffenden stehen dabei unter einem gewissen Zeitdruck. Die Ersatzbrücke muss Ende November wieder rückgebaut werden, zum Hochwasserschutz. Dann soll das neue Bauwerk zumindest nutzbar, wenn auch längst noch nicht fertig sein.

Einige Detailfragen zur Umleitung müssen in den nächsten Tagen noch geklärt werden. Dazu gehört die Frage, ob es über den einspurigen Damm eine Ampelregelung gibt. Und ob zumindest der Überland-Lkw-Verkehr von und zur Nordharzautobahn B 6 über eine Umleitungsstrecke geführt wird.

Die alte Ilse-Brücke ist wegen ihrer Schäden seit Herbst 2009 nur noch einspurig befahrbar. Das neue Bauwerk soll breiter werden mit beidseitigen Gehwegen und zum besseren Abbiegen zur Krankenhauskreuzung hin aufgeweitet.

Angesichts der umfangreichen Organisation betonte Franke, dass die beteiligten Behörden wie der Landesbetrieb für Hochwasserschutz, die Wasserbehörde des Landkreises und die Stadt Osterwieck sehr kooperativ seien.