Clausthal-Zellerfeld/Braunlage (im) l Der Harzklub lehnt einen Ersatz der maroden Wurmbergschanze "durch einen gleich wie gearteten Aussichtsturm ab". Wie Geschäftsführerin Annett Drache für den Vorstand des Gesamtvereins erklärte, werde darin ein Beispiel rücksichtsloser negativer Auseinandersetzung mit der Geschichte des Harzer Skisports und der deutschen Geschichte überhaupt gesehen.

Nicht bewerten wolle der Harzklub die Notwendigkeit eines Abrisses und den unwiderruflichen Verzicht auf künftige Skisprungmeisterschaften. Von den Verantwortungsträgern der Stadt Braunlage und der Denkmalbehörde des Landkreises Goslar werde allerdings erwartet, "dass die landschaftsprägende Silhouette des Wurmberges mit seiner Schanze auch zukünftig gegeben ist". Diese stelle eine Einmaligkeit und damit Besonderheit dar. In besonderer Weise sei der Wurmberg zudem eine weithin sichtbare Erinnerung an die Sehnsucht der Bevölkerung nach der Einheit des Harzes und der 1989 überwundenen Teilung der Heimat. Dies gelte speziell für die Menschen im Ostharz. Annett Drache: "Das Gesicht des Wurmberges muss für die nachfolgenden Generationen erhalten bleiben."

Die Geschäftsführerin erinnerte zudem daran, dass die Schanze vom Wintersportverein von 1892 Braunlage, dem ältesten seiner Art in Deutschland, betrieben worden war. Sie sei 1922 als 40 Meter-Schanze errichtet worden und somit die größte des Mittelgebirges. 1923 habe es mit 43 Metern den ersten Schanzenrekord gegeben. Schrittweise sei der Umbau zu einem 90-Meter-Bakken erfolgt. Von 1996 bis 2011 habe die Anlage als Austragungsort für die FIS Continental Cup Skispringen mit internationaler Beteiligung gedient. Die Geschäftsführerin: "Bis 1989 konnten alle Skispringen von DDR-Grenztruppen teilweise aus Erdbunkern genau beobachtet werden."