Halberstadt l Das tragische Unglück, bei dem vor zwei Wochen ein 58 Jahre alter Busfahrer ums Leben gekommen ist, bewegt weiter die Gemüter und sorgt unter den Lesern für Diskussionen. Ein Aspekt ist dabei die Frage der Gesundheitskontrollen, denen sich Busfahrer in gewissen Abständen unterziehen müssen. Eine Frage, die diskutiert wird, weil der Busfahrer im konkreten Fall offenbar einen Herzinfarkt erlitten hatte. Anschließend rollte der tonnenschwere Bus führerlos durch die Halberstädter Harmoniestraße und prallte schließlich in ein Haus.

Nach dieser Tragödie hat sich ein Leser an die Volksstimme gewandt und die Art sowie die Fristen der Gesundheitschecks von Busfahrern und Taxifahrern kritisiert: Es könne, so die Kritik, doch nicht sein, dass Busfahrer nur alle fünf Jahre zum Gesundheitscheck müssten, während sich Taxifahrer alle zwei Jahre dieser Kontrolle stellen müssten. Ein Vergleich, das sei gleich vorweggeschickt, der inhaltlich nicht korrekt ist. Sowohl für Taxi- als auch für Busfahrer gelten grundsätzlich fünfjährige Untersuchungsintervalle. Doch wie sieht es genau aus mit medizinischen Kontrollen von Fahrern, die Personen befördern?

Nach Angaben des Geschäftsführers der Harzer Verkehrsbetriebe (HVB), Bjoern Smith, sind die Fahrerlaubnis-Voraussetzungen für Busfahrer ganz klar geregelt. "Sie benötigen einen Lkw-Führerschein und zusätzlich einen Personenbeförderungsschein." Und dieser sei grundsätzlich auf fünf Jahre befristet.

Bevor es die begehrte Erlaubnis erstmals gibt, werden die Anwärter genau unter die Lupe genommen. Hinsichtlich Leistungsfähigkeit und Reaktionsvermögen, aber auch aus medizinischer Sicht und bezüglich des Sehvermögens. Eine grundsätzliche Eignungsprüfung, der sich übrigens auch angehende Taxifahrer unterziehen müssen. Nehmen Bus- und Taxifahrer diese Hürde und bestehen sie alle weiteren Prüfungen, werden ihnen Bus- und Taxi-Führerscheine für fünf Jahre erteilt.

"Nach dieser Frist kommt alles auf den Prüfstand, um über die Verlängerung dieser Erlaubnis für weitere fünf Jahre zu entscheiden", erklärt Smith. Dabei werde grobes Fehlverhalten im Straßenverkehr ebenso berücksichtigt wie die Frage der gesundheitlichen Eignung.

"Dabei gibt es noch einmal eine Unterscheidung zwischen Busfahrern unter und über 50 Jahren", erläutert der HVB-Chef. Wer die magische Grenze überschritten hat, müsse sich einem tiefgründigeren Gesundheitscheck unterziehen. "Für die Untersuchungen der jüngeren Fahrer sind speziell zugelassene Arbeitsmediziner zuständig. Wer die Altersgrenze 50 überschritten hat, muss sich bei den Fachleuten des Medi-TÜV in Magdeburg vorstellen", weiß Bjoern Smith.

Der Blick auf die Umfänge der Gesundheitskontrolle zeigt, warum: Bis 50 stehen ärztliche Kontrolle und der Check des Sehvermögens auf dem Prüfstand, ab 50 kommt zusätzlich die Komponente Leistungsfähigkeit/Reaktionsvermögen hinzu.

Regeln, die vergleichbar auch für Taxifahrer gelten. Allerdings liegt bei ihnen die Grenze zwischen einfachem und umfangreichem Gesundheitscheck bei 60 Jahren.

Mehr zur Thematik unter: www.tuev-sued.de/fuehrerschein_pruefung/fuehrerschein_fuer_lkw-_bus-_und_taxifahrer