Der Ortschaftsrat von Schauen hat am Mittwoch seine erste Sitzung abgehalten. Neben Wahlen ging es vor allem um den Raumbedarf des Kindergartens.

Schauen l Vor allem Formalia sah die Tagesordnung der ersten Sitzung des neu gewählten Ortschaftsrates von Schauen vor. Dennoch hat die Ratsmitglieder in der Vorwoche vor allem der Kindergarten beschäftigt. Grund dafür war eine Anfrage der Arbeiterwohlfahrt (AWO), die den einzigen integrativen Kindergarten der Region betreibt, den Dorfgemeinschaftsraum als Schlafsaal für die Kinder nutzen zu können. Der Raum befindet sich im selben Gebäude wie der Kindergarten und wird sowohl für Ortschaftsratssitzungen als auch für private Feiern und andere Veranstaltungen genutzt.

"Strikt dagegen" sprach sich Erwin Marchlewsky aus, wie sämtliche Ratsmitglieder über die CDU-Liste gewählt. Das Zimmer werde ohnehin schon als Sportraum durch den Kindergarten genutzt. Darüber hinaus diene es als Raum für Gottesdienste und Familienfeiern. Nach der Benutzung durch den Kindergarten gebe es immer wieder Probleme mit der Reinigung, so Marchlewsky. "Wenn die Kapazität der Kita nicht reicht, muss die Stadt entweder einen vernünftigen Raum für uns oder für die Kinder besorgen", sagte das Ratsmitglied sichtlich aufgebracht.

Oft genug hätten vor Ratssitzungen und anderen Veranstaltungen schon Sportgeräte im Raum gestanden, die weggeräumt werden mussten. "Ein integrativer Kindergarten benötigt einfach mehr Platz als andere", sagte auch Bürgermeisterin Petra Steinert. Der Ortschaftsrat entschloss sich, die Anfrage der AWO abzulehnen. Das letzte Wort wird allerdings die Osterwiecker Verwaltung haben, die Stadt ist Eigentümerin des Gebäudes.

Der integrative Kindergarten "Regenbogenland" in Schauen ist eine der kleinsten Einrichtungen in der Region. Gut 30Kinder werden dort betreut. Durch den integrativen Charakter besuchen auch viele Kinder aus anderen Orten den Kindergarten. Die Ortschaftsratsmitglieder kritisierten ebenso, dass viele Schauener Eltern ihre Kinder in andere Orte bringen müssten, während die Schauener Kita wiederum ortsfremde Kinder aufnehme.

Neben der Auseinandersetzung um den Raumbedarf des Kindergartens sah die Tagesordnung Wahlen vor. Einen neuen Ortsbürgermeister mussten die Räte allerdings nicht wählen. Amtsinhaberin Petra Steinert ist noch direkt von den Schauenern gewählt, sie amtiert weiter. Dafür wählten die Ortschaftsratsmitglieder zwei Stellvertreter: Das Rennen machten der frühere Bürgermeister Erwin Marchlewsky und der erstmals gewählte Denny Lüttgau, beide wurden einmütig gewählt.