Das Kindergartenjahr geht mit dem heutigen Donnerstag zu Ende. Wieder ein Jahrgang Mädchen und Jungen verabschiedet sich damit zur Einschulung Anfang September. Im Osterwiecker "Kinderhaus an der Ilse" gab es nochmal eine schöne Abschiedsfeier.

Osterwieck l Die Kinder der munteren "Igelgruppe" nahmen Abschied von ihrem Kinderhaus und natürlich auch von ihrer Erzieherin "Ulli" (Ulrike Alpert). Wenn auch Gewitter und Dauerregen das umfangreiche Festprogramm etwas durcheinander brachten (so musste die Feuerwehr wegen des Dammbruchs an der Schauener Brücke den geplanten Besuch bei den Kindern absagen), ließ sich doch niemand den Spaß wirklich verderben. Stockbrot rösten, Grillen, Basteln, Spiele in der Turnhalle - Langeweile gab es bei dieser Abschiedsfeier nicht.

Ab September werden die 14 Schulanfänger dann täglich zu Fuß oder per Rad in die Grundschule Sonnenklee kommen, um gemeinsam mit den Großen, die schon ein Jahr dort zur Schule gegangen sind, die "flexible Schuleingangsphase" (Klassenstufe 1 und 2 zusammengefasst) zu bilden. Dazu werden die 14 "Igelaner" auf die vier parallelen Eingangsstufengruppen aufgeteilt und überwiegend gemeinsam unterrichtet.

Kontakt mit der Grundschule haben sie schon seit einem Jahr. Alle zwei Wochen gingen die Mädchen und Jungen dorthin und machten eine Unterrichtsstunde mit. Sie mussten sogar schon kleine Hausaufgaben anfertigen.

Für die meisten der zehn Mädchen und vier Jungen ist ihre Erzieherin ganze fünf Jahre verantwortlich und damit auch tagsüber Ersatz für die Eltern. "Das Verhältnis in unserer Gruppe war außerordentlich gut", sagt Ulrike Alpert, die selbst Mutter von zwei Kindern ist. "Wir sind ja täglich mehr als sechs Stunden in der Gruppe zusammen. So viel Zeit kann sich manch berufstätiger Vater oder manche Mutter, die Arbeiten geht, gar nicht nehmen. So lernen wir unsere kleinen Racker sehr gut kennen, sehen sie wachsen und reifen, können sie fordern und fördern, mit ihnen lachen und weinen, können sie trösten und anleiten. Das macht viel Freude."

Auch die Zusammenarbeit mit den Eltern sei hervorragend und die gemeinsame Fahrt in den Familienpark Sottrum ein besonderes Erlebnis gewesen.

Ein Höhepunkt war zum Abschlussfest der Besuch von Kunsttischler Andreas Julke im Kinderhaus. Er hatte für die Gruppe ein ganz spezielles Bastelprojekt vorbereitet. Passend zum Gruppennamen hatte er für jedes Kind einen kleinen Igel aus Holz mitgebracht, der verziert und bemalt werden konnte. Natürlich sollten die "Igel-Kinder" auch etwas lernen. So durften sie unter Anleitung sägen, schleifen, kleben, malen und sogar mit einem kleinen Akkuschrauber Löcher in ein Holzstück bohren. Andi und Ulli hatten gut zu tun.

Eine kurze Regenpause nutzten die Kinder und Eltern, um ein kleines Gedicht vorzutragen beziehungsweise einen Apfelbaum zu pflanzen und ein kunstvoll gestaltetes Namensschild mit einem großen und 14 kleinen Igeln zu enthüllen. Abends im Pavillon gab es noch leckeres Essen und Trinken, Geschenke und ein Unterhaltungsprogramm der Kinder für die Erwachsenen. Die Väter mussten am Schluss ihre Kinder noch einmal ganz hoch bis an die Decke des Pavillons heben, wo sie sich dann eine Schultüte pflücken durften. Die fünf schönen Jahre im "Kinderhaus an der Ilse" werden sie bestimmt nicht vergessen.

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