Mit der 15. Auflage ihres Seifenkistenrennens sind die Stötterlingener Organisatoren von der Feuerwehr zufrieden. Wieder steigende Teilnehmerzahlen und gutes Wetter sorgten für einen schönen Nachmittag.

Stötterlingen l 14 Jahre sind eine lange Zeit, in denen das Seifenkistenrennen oft Höhen, aber auch mal Tiefen erlebte. Doch die Stötterlingener sind bei der Stange geblieben, immer mal wieder tauchen neue Kisten von irgendwoher auf. So dieses Jahr aus Rimbeck und sogar dem hessischen Recklinghausen. Und es gibt jetzt eine neue Generation Piloten, gar nicht selten die Kinder und Enkel der Pioniere dieser Veranstaltung. Gut die Hälfte des Starterfeldes in diesem Jahr war jünger als 16 Jahre und kam somit in die Nachwuchswertung.

Schon bei der Premiere im Jahr 2000 hatte Uwe Ahrens, heute auch der Ortswehrleiter, mit federführend die Organisation in der Hand. Das ist all die Jahre so geblieben. "Vieles ist jetzt Routine", sagte Heiko Schrader an der Startrampe. Der gesamte Ablauf der Veranstaltung erfolgte unaufgeregt.

Dreimal durften die 13 Fahrzeuge die Dorfstraße hinabrollen, vorbei an den Zuschauern, die es sich vor allem an der alljährlich zum "Boxenstopp" umfunktionierten Garage gemütlich machten und dort von Gerda Haarnagel und Ulrike Günther bewirtet wurden.

Die Strecke ist trotzdem "nicht ohne". Aus Strohballen geformte Gassen verlangen einige Lenkmanöver, ein kleiner Tunnel muss durchfahren werden. "Die Trainingsläufe morgens sind nicht ohne Grund", sagte Schrader. Die Piloten benötigen zwingend Helme sowie die Fahrzeuge Bremsen. Für die routinierten Spitzenfahrer indes gilt: Wer bremst, verliert.

Heiko Schrader übrigens hat im Rennen noch nie selbst eine Seifenkiste gesteuert, aber schon mehrere gebaut, in denen dann Frau Nadine und Sohn Justin sitzen. Einmal mehr ging diesmal der Publikumspokal für das schönste Auto ins Haus Schrader.

Nicht nur als schönes, sondern auch als schnellstes Fahrzeug des Tages erwies sich das PS-lose Feuerwehrauto mit Georg Groh am Steuer. Er kommt von der Feuerwehr Salzgitter-Watenstedt, deren Aktive in Stötterlingen alte Bekannte sind und gut zwei Drittel aller Rennen mitgemacht haben. Die Kontakte zwischen den Wehren gingen auf Arbeitskollegen aus beiden Orten zurück. Jetzt brachten die Watenstedter noch zusätzlich ein Bobby-Car mit, in dem Diane Lutz aus Stötterlingen ihre Rennpremiere erleben durfte.

Die Kontakte zwischen beiden Feuerwehren gehen längst über diese Veranstaltung hinaus. Wobei in Watenstedt seit zwei Jahren nur noch ein Traditionsverein besteht, wie dessen Vorsitzender Fritz Storchmann berichtete. Die Wehr sei aufgelöst worden, obwohl sie früher teils über 60 Einsätze im Jahr gefahren ist. Wenn im September die Wehrgründung vor 140 Jahren gefeiert wird, sind die Stötterlingener Kameraden nach Salzgitter eingeladen.

Eine lange Anreise nahm Michael Messing aus Recklinghausen in Kauf. Er war vor zwei Jahren von einer hiesigen Familie als Urlaubsbekanntschaft eingeladen worden. Damals durfte er ein Fahrzeug aus dem Dorf steuern. "Da habe ich Blut geleckt." Nun brachte er seine erste selbstgebaute Kiste mit. Michael Messing drückte mit der Gestaltung zugleich seine Riesenfreude über den Aufstieg seines Lieblingsfußballvereins Darmstadt 98 in die 2. Bundesliga aus. Jetzt möchte er noch sämtliche Autogramme der Mannschaft auf der Karosserie verewigen lassen.

Den Namen Barner fand man beim Stötterlingener Rennen schon oft in den Siegerlisten. Den Pokal für den dritten Platz in der Nachwuchswertung teilten sich nun die Drillinge Erik, Mareike und Robert Barner aus Rimbeck. Jeder der Achtjährigen durfte in einem Durchgang die Seifenkiste, die Papa Bernd Barner erst am Vorabend fertiggestellt hatte, steuern. Die Kinder wollten unbedingt mitmachen, berichtete er. Eine neue Generation Seifenkistenpiloten für weitere Rennen in Stötterlingen.

   

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