Die 2006 in Osterwieck neu gegründete Firma D. W. Flexo-Manufaktur hat sich im Laufe ihres achtjährigen Bestehens inzwischen europaweit etabliert. Seitdem hat sie sich auch personell mehr als verdoppelt.

Osterwieck l "Mit Flexodruckplatten können sie fast alles bedrucken", sagt Geschäftsführer Heiko Döring. Von Kunststoffen und Pappen bis hin zu Papiersäcken bedient D. W. die Anforderungen speziell für die Verpackungsbranche. "Wir haben fast jedes Jahr eine zweistellige Zuwachsrate", erklärt Döring beim Besuch von Bernhard Daldrup. Der CDU-Landtagsabgeordnete war vor acht Jahren - damals mit Ministerpräsident Reiner Haseloff - zur Eröffnung des Unternehmens anwesend und wollte sich nun ein Bild davon machen, wie sich der Betrieb im Oster- wiecker Gewerbegebiet entwickelt hat.

2006 hatten sich die Geschäftsführer Heiko Döring und Thomas Wambach als Existenzgründer mit ihrer Firma in der Ilsestadt niedergelassen. Das Unternehmen startete damals mit 19 Beschäftigten, heute sind es 43. "Die neuen Mitarbeiter kommen weitestgehend aus der Region", unterstreicht Döring, worüber sich beim Betriebsrundgang besonders Osterwiecks Bürgermeisterin Ingeborg Wagenführ (Buko) freut.

Gedrucktes findet man in der Flexo-Manufaktur kaum, höchstens als Musterobjekt. Es ist eine völlig andere Produktionsschiene als nebenan in der großen Druckerei Borek. Bei D. W. wird kreativ gestaltet. Hier arbeiten zahlreiche Mediengestalter, die die Gestaltungswünsche der Werbeagenturen auf das spezielle Verpackungsformat übertragen. Für den Beobachter sind es mitunter verwirrende Vorlagen, vor allem wenn Teile davon auf dem Kopf stehen oder zur Seite kippen, damit aus einer bedruckten Pappe später ein Karton gefaltet werden kann.

Die bebilderten Druckplatten werden zum Schluss des Produktionsprozesses in der Montageabteilung teilweise mit einer Montagefolie versehen. Jede später zu druckende Farbe erhält nicht nur eine eigene Druckplatte, sondern auch die von der Druckerei benötigte Montagefolie, mit der die Druckplatte später in die Druckmaschine eingesetzt werden kann. Wenn diese Montagen dann per Kurier zur Druckerei transportiert werden, haben die Fachleute aus Osterwieck ihre Arbeit geschafft.

"Unser größter Kunde ist in Dänemark ansässig", berichtet Döring. Weitere in der Schweiz, in Österreich, Ungarn und Tschechien. "Wir arbeiten just in time. Die Aufträge bekommt man nicht über den Preis, sondern aufgrund der Zusage, am nächsten Tag zu liefern." Daher würden hohe Anforderungen an das Personal gestellt. "Ohne motivierte Mitarbeiter würden wir das alles nicht schaffen. Das Personal ist unser größtes Kapital", betont Döring. Auf die Frage von Daldrup nach der Bezahlung der Mitarbeiter erklärt der Firmenchef, dass hier übertariflich gezahlt werde. "Wir sind kein Billiglohn-Arbeitgeber."

Die Flexo-Manufaktur beschäftigt u. a. zwei Außendienstmitarbeiter, die europaweit unterwegs sind. Auch für die nächste Generation ist gesorgt. Es werden zurzeit drei Mediengestalter und eine Industriekauffrau ausgebildet.

Um konkurrenzfähig zu bleiben, hat der Betrieb mit den Jahren auch immer wieder in Technik investiert.

Ursprünglich war der Firmensitz in Niedersachsen geplant, allerdings sind den beiden Unternehmern dort die Bearbeitungszeiten ihrer Förderanträge zu lang gewesen. "In Sachsen-Anhalt lief das unkomplizierter." Der Landtagsabgeordnete nahm das erfreut zur Kenntnis, interessierte sich darüber hinaus aber auch für die Erfahrungen mit der Baubehörde in der Kreisverwaltung. Denn die Flexo-Manufaktur möchte die Produktionshalle erweitern, und Daldrup hatte schon aus anderen Firmen von Bearbeitungsproblemen in Halberstadt gehört. "Da muss man Humor haben", umschreibt Döring seine Erkenntnisse. Nach eineinhalbjähriger Bearbeitungszeit sei jetzt die Baugenehmigung erteilt worden. "Die Stadt Osterwieck hatte vorher binnen nur vier Wochen ihren Bebauungsplan geändert."