Halberstadt l Nepper, Schlepper, Bauernfänger - sie sind derzeit wieder in Halberstadt unterwegs, warnt Volksstimme-Leser Peter Dierich aus Halberstadt. Seit einiger Zeit würden weibliche und männliche Personen in der Kreisstadt unterwegs sein, um angeblich Spenden für Gehörlose und Blinde zu sammeln. "Sie klingeln an Haustüren und halten den Leuten einen Schreibblock hin, auf dem die Adresse und die Spendensumme eingetragen werden sollen. Sie geben sich als gehörlos aus und tun so, als würden sie selbst nichts verstehen", berichtet Peter Dierich. Als Vater einer gehörlosen Tochter ärgert es ihn maßlos, "dass gutmütige Menschen so übers Ohr gehauen werden". Kein Gehörlosen- oder Blindenverein treibt auf diese Art Spenden ein, weiß er.

"Aus Halberstadt ist uns bislang noch kein Fall gemeldet oder angezeigt worden", sagt auf Volksstimme-Nachfrage Peter Pogunke, Sprecher des Polizeireviers Harz. "Ich verstehe, dass Herr Dierich verärgert ist über die dreisten Betrüger, deren Masche unmoralisch ist", so der Polizeirat. Er rät, diese angeblichen Spendensammler einfach zu ignorieren oder sie unter Druck zu setzen, indem man sie auffordert, einen offiziellen Spendenausweis vorzuzeigen. Wird die Polizei gerufen, sind die Betrüger meist geflüchtet. Peter Pogunke: "Ansonsten möchte ich an die Selbstverantwortung der Bürger appellieren, diese Betrugstouren als solche selbst zu erkennen und nicht zu spenden."

Erst Anfang Juni hatten in drei Fällen rumänische Staatsangehörige in Wernigerode auf diese Art für einen Taubstummenverband oder andere hilfsbedürftige Vereinigungen versucht, Spenden zu sammeln, erinnert Peter Pogunke. Gegen die Beschuldigten wurden Ermittlungsverfahren wegen Betruges eingeleitet.