Eine neue Ausstellung hat im Domizil des Kunstvereins in Röderhof ihre Pforten geöffnet. Wolfgang Policek stammt aus Halberstadt und ist mit seiner Heimat immer verbunden geblieben.

Röderhof l Eine Ausstellungseröffnung beim Kunstverein in Röderhof gleicht einem großen Familientreffen. Fast jeder Gast bringt etwas mit. Kuchen, Wein oder auch Blumen. Zur jüngsten Ausstellungseröffnung wird es besonders voll.

Gezeigt werden Arbeiten des Halberstädter Künstlers Wolfgang Policek. Der Künstler selbst kann diese Werkschau nicht miterleben, er starb bereits im Jahr 2000. Olaf Wegewitz vom Kunstverein Röderhof beschreibt Policek als einen bescheidenen und heimatverbundenen Menschen. Obwohl Policek lange Jahre in Magdeburg gelebt und gearbeitet hat, habe er seine Heimat nie aufgegeben und immer auch in Halberstadt Zeit verbracht. "Vor allem diese Verbundenheit zu Halberstadt hat uns bewogen, sein Werk hier zu zeigen, das hat noch einmal sein müssen", sagt Wegewitz.

Unverständlich sei es, dass die Stadt Halberstadt selbst ihren Künstler geradezu ignoriere und kein einziges Werk von Wolfgang Policek öffentlich zu sehen sei. Er beschreibt die Arbeiten von Wolfgang Policek als abstrakte Ideen, die durchaus lebendig umgesetzt seien. "Dadurch nehmen sie der eigentlich strengen Form das Konstruktive und stellen diese Strenge in Frage", erklärt Olaf Wegewitz, selbst Künstler aus Huy-Neinstedt.

Zur Eröffnung der Ausstellung im Saal erfahren die Gäste nach einer Begrüßung eine kurze Einführung in das Werk des Künstlers. Ingrid Wegewitz spricht von einer atmosphärische Kraft der Bilder Policeks und von Unschärfe und fragiler Balance. "Wir wollen Ihnen einfach die schönen Bilder zeigen", lädt sie die Gäste zu einem Rundgang ein.

Seit Jahren wird der Kunstverein Röderhof durch das Kultusministerium von Sachsen- Anhalt unterstützt. Die Arbeit von jährlich sechs Stipendiaten, die jeweils für drei Monate in Röderhof einziehen, sei ein fester Bestandteil der Vereinsarbeit, erzählt Olaf Wegewitz. Die jungen Künstler ziehen nach Röderhof und leben ein wenig wie in Klausur. Ohne Fernsehen, ohne Familie, dafür mitten im Huy und in der Natur. Das inspiriere ungemein.

Der Staatssekretär im Kultusministerium von Sachsen-Anhalt, Jan Hofmann, ist nach Röderhof gekommen. Er besucht den Verein in Röderhof zum ersten Mal und zeigt sich von dem Domizil in der Brauerei ganz begeistert.

Nach einem Rundgang durch das ganze Haus sitzen die Gäste bei Tee, Kuchen und Wein ganz zwanglos auf dem idyllischen Hof zusammen und genießen den Tag, genau wie bei einem Familientreffen.

Geöffnet jeden Sonntag ab 14 Uhr.

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