Die Sorgenfalten auf der Stirn von HaWoGe-Geschäftsführerin Beate Grebe sind nicht zu übersehen. Passt das gerade angelieferte Rollstuhlfahrer-Karussell durch das Fenster?

Halberstadt l Es ist Millimeterarbeit. Am Mittwochmorgen haben Bauarbeiter eines der großen Fenster auf der Rückseite des ehemaligen Magazingebäudes am Ebereschenhof ausgebaut. Nur damit es bei der Anlieferung des Rolli-Karussells etwas mehr Spielraum für den Kranführer gibt.

Die vier Mitarbeiter der Herstellerfirma aus Geeste im Emsland mussten sich mächtig ins Zeug legen, um das 1,4 Tonnen schwere Spielgerät ins Haus zu manövrieren. Erst nach einigen Positionswechseln des Lkw mit Kranaufsatz konnten Kranführer und Helfer den vorhandenen Platz voll ausnutzen. Nach mehreren Anläufen passt das Karussell mit seinen drei Metern Durchmesser durch die Fensteröffnung.

Die Idee, die Tragseile zu verkürzen und schlussendlich sogar in die Halterung des Kranhakens einzuhängen, um ein paar Zentimeter zu gewinnen, war die rettende Idee. Dann war es soweit: Langsam und hochkonzentriert drückten und zogen die Männer das Karussell an Kanten und Ecken vorbei in die richtige Position, und der Kranführer steuerte mit einer Fernbedienung den Kranausleger in das Innere des Spiele-Magazins. Dabei hatte er die Abstände zum oberen Fensterrahmen und den Versorgungsleitungen immer im Blick, während seine Kollegen aufpassten, dass das sperrige Gerät nicht aneckte.

"Das ist schon ein wenig eng hier, aber nicht der komplizierteste Auftrag, den wir je ausgeführt haben", beurteilte der Vorarbeiter den Einsatz. Es sei aber trotzdem von Vorteil, wenn man Erfahrung mitbringe, ergänzte sein Kollege. Einig waren sich beide auch darin, dass man bei solch einer Arbeit nie in Hektik verfallen dürfe. Dankbar waren die Männer für das gute Wetter. Regen hätte den Auftrag auf dem noch unbefestigten Boden der Baustelle noch komplizierter werden lassen, da dann häufig die Stützen des mobilen Krans nicht genügend Standfestigkeit geben würden.

"Das Gerät ist eigentlich für Außenanlagen konzipiert, wir sind die Einzigen, die es im Innenbereich aufstellen", sagt Beate Grebe. Drei bis vier Tage habe die Firma für den Aufbau des Karussells und anderer Spielgeräte eingeplant, berichtet die Bauherrin weiter. Unter anderem seien ein Kugelspiel sowie eine Drehskulptur - die ebenfalls im Trampolinbereich stehen werden - mit dem Karussell geliefert worden.

Wenn die Vorarbeiten beendet sind, werden auch die Trampoline aufgebaut. Der besondere Clou hierbei sei, dass im laufenden Betrieb niemand auf die Hüpffläche hinauf steigen müsse, sondern dank der Konstruktion eine Stufe hinab, erklärt Beate Grebe.

Auch im großen Spielbereich, dem Funpark, haben die Aufbauarbeiten begonnen. Nachdem Ende vergangener Woche die Wandgestaltung fertiggestellt wurde, sei am Dienstag das Material für Rutschen und Klettergerüste auf die Baustelle gebracht worden. Das Aufbauen werde etwa vier Wochen in Anspruch nehmen, sagte sie.

Nachdem das Rollstuhlfahrerkarussell schadlos an seinen Platz gebracht wurde, war der ernste Gesichtsausdruck bei der HaWoGe-Geschäftsführerin verschwunden. "Die Aufregung wird zwar nicht weniger, aber wir schaffen das alles."

   

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