Die Kreisvolkshochschule Harz hat am Standort Halberstadt neue Räume bezogen. Dabei wurde die Infrastruktur erneuert und das Bildungsprogramm erweitert. Damit soll das Institut auch für jüngere Menschen attraktiv werden.

Halberstadt l Die Kreisvolkshochschule Harz hat in Halberstadt einen neuen Standort. Seit Ende Juli ziehen die Mitarbeiter mit Sack und Pack aus dem alten Gebäude in der Friedenstraße aus. Eine neue Heimat haben sie in der Theaterstraße, auf der Rückseite des Arbeitsamtes, für das Bildungsinstitut gefunden.

"Das neue Gebäude ist für viele unserer Teilnehmer noch ungewohnt", sagt Fachbereichsleiterin Petra Hoyer. Einige Teilnehmer hätten Probleme gehabt, den Eingang zu den neuen Räumlichkeiten zu finden. Dies sei aber nur ein vorübergehender Zustand, bis sich die Lage des Eingangs herumgesprochen habe. "Die Ausschilderung wird noch optimiert", verspricht die Leiterin der Fachbereiche Beruf, Englisch und Spezialgebiete.

Umziehen musste die Volkshochschule, da das bisherige Gebäude verkauft werden soll. Seit 1991 war die Schule in der Friedenstraße beheimatet. "Das Gebäude war schön, wir gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge", sagt Inge Homann, die Standortkoordinatorin in Halberstadt. Seit dem Einzug war am Gebäude nichts mehr gemacht worden, berichten die beiden "guten Seelen" des Standortes Halberstadt. Das Dach sei undicht gewesen und die Wasserflecken an der Decke seien nicht beseitigt worden. "Wir wollen den Menschen nicht nur Bildung anbieten, sondern auch ein ansprechendes Ambiente", sagt Petra Hoyer.

Dies sei in den neuen Räumen gelungen. Sieben Zimmer sind jetzt für die verschiedenen Kurse vorhanden. Hinzu kommen noch ein großer Sportraum für Yoga, Thai Chi und ähnliche Sportangebote, sowie ein Computerraum. Auf diesen sind die beiden Frauen besonders stolz. "Sämtliche Computer sind neu, und auch die Programme sind auf dem neuesten Stand", berichtet Fachbereichsleiterin Hoyer. Dies sei für die Fotografiekurse von besonderem Vorteil, weil so die Nachbearbeitung von Fotos in den Kursplan aufgenommen werden konnte.

Das Raumangebot am neuen Standort ist nicht größer als in der Friedenstraße. Aber da sämtliche Räume im Erdgeschoss liegen, sind sie für Mitarbeiter und Kursteilnehmer leichter zugänglich. "Wir hatten in der Friedenstraße einen Fahrstuhl, aber für körperlich beeinträchtigte Menschen ist es so natürlich besser", sagt Inge Homann. Neben Renovierungsarbeiten wurden alte Trockenbauwände herausgerissen. Auf diese Weise konnten die Räume großzügiger aufgeteilt werden. Dazu wurden die Böden im gesamten Bereich ausgetauscht und das Mobiliar erneuert. "Wir bemühen uns, es den Teilnehmern so angenehm wie möglich zu machen", sagt Petra Hoyer. Man verstehe sich bei der Volkshochschule auch als ein "Ort der Begegnung", nicht nur des Lernens, berichtet die Wernigeröderin Homann. "Für viele Teilnehmer ist es bereits ein Ritual, zu uns zu kommen", sagt die Koordinatorin. So gebe es die Yogagruppe von Uta Hrncirik seit etwa 20 und manche Sprachkurse mit den gleichen Teilnehmern seit zehn Jahren.

Doch trotz aller Tradition bemühen sich die Verantwortlichen, immer wieder neue Anreize zu schaffen. Es gibt Angebote speziell für Kinder an der Volkshochschule wie Zeichenkurse oder Nachhilfe in Mathematik. Des Weiteren werden Psychologiekurse angeboten. "Das sind zum großen Teil Vorträge, diese sollen eine Art Hilfe zur Selbsthilfe sein. Zum Beispiel zur Angstbewältigung", erklärt Petra Hoyer. Bei der Erweiterung des Bildungsangebotes freue man sich immer über Ideen von Teilnehmern oder Dozenten. Damit wolle man dem verstaubten Ansehen der Volkshochschulen entgegentreten. "Dieses Image, \'an der Volkshochschule stricken lernen`, ist veraltet. Es gibt in unserem Angebot für jedes Interesse etwas", versichert Inge Homann. Ein Beleg dafür kann die zunehmende Buchung von Seminaren durch Unternehmen für deren Angestellte sein. "Weiterbildungen sind zurzeit der Renner bei uns", berichtet Fachbereichsleiterin Hoyer.

Eine Sache die sie sich wünscht, ist die Möglichkeit, einen Schulabschluss auch an der Volkshochschule Halberstadt nachholen zu können. "Das ist leider nicht so einfach, da es an dieser Stelle Probleme mit der Kostenübernahme gibt."

Die neuen Räume der Kreisvolkshochschule in Halberstadt können am Mittwoch, dem 3. September, zwischen 10 und 17 Uhr beim Tag der offenen Tür besichtigt werden.