Ermsleben (dl) l Nach dem Unfall mit einem Linienbus in Ermsleben (Stadt Falkenstein/Harz) laufen die Ermittlungen zur Unglücksursache. Wie es aus dem Gewebeaufsichtsamt in Halberstadt hieß, soll ein Gutachten zur Klärung beitragen. Im Kern gehe es um die Frage, ob sich der tonnenschwere Bus aufgrund eines technisches Defektes oder wegen eines Bedienfehlers ungewollt in Bewegung setzte.

Der mehr als zehn Tonnen schwere Mercedes-Bus war am Donnerstag um 9.35 Uhr auf dem Areal eines Busunternehmens in Ermsleben plötzlich losgerollt. Er durchbrach eine rund 50 Zentimeter hohe Mauer und kam schließlich unmittelbar vor der Bundesstraße 185 an einem Betonmast zum Stehen.

Ein Glücksumstand: Ohne diesen Mast wäre der Bus an jener schwer einsehbaren Stelle wohl direkt auf die Bundesstraße gerollt oder auf der anderen Straßenseite in ein Haus gekracht. Nicht auszudenken auch, wenn der Betonmast umgestürzt wäre.

So blieb es beim Glück im Unglück: Der 73-jährige Busfahrer, der gerade außerhab am Bus hantiert hatte, erlitt beim Versuch, ins Fahrzeug zu springen, Verletzungen. "Er zog sich nach unseren ersten Informationen Prellungen und Schürfwunden zu", sagte Tobias Hohensee vom Aschersleber Reiseunternehmen Schubert-Touristik, das den Bushof in Ermsleben betreibt. Der Fahrer habe nur vorsorglich eine Nacht in der Klinik verbracht.

Busse wie dieser verfügen nach Volksstimme-Informationen neben der fußbetätigten Betriebsbremse noch über mehrere Feststellbremsen. Neben der regulären Feststellbremse auf Druckluft- und Federspeicher-Basis, die beim längeren Abstellen betätigt wird, sorgt im Regelfall auch eine elektronisch betätigte Haltestellenbremse für Sicherheit. Hinzu kommen bei modernen Bussen Bremssysteme, die beim Öffnen der Fahrgasttüren automatisch ansprechen.

Ob der Arbeitsunfall auf technisches Versagen von Systemkomponenten zurückzuführen ist oder dem Fahrer während der Wartung möglicherweise ein Fehler unterlief, soll nun ein Gutachter klären, sagte Ralf Schnübner vom Gewerbeaufsichtsamt West.

Firmenmitarbeiter Tobias Hohensee will diesen Ermittlungen nicht vorweggreifen. "Wir können uns auch noch nicht erklären, was da passiert ist, vermuten aber einen technischen Defekt." Der Bus selbst sei noch nicht einmal ein Jahr alt. Die B 185 war bis Donnerstagnachmittag voll gesperrt.