Bei einer Ortsbegehung erstellen die Ortschaftsratsmitglieder von Vogelsdorf eine Prioritätenliste für mögliche Investitionen.

Vogelsdorf l "Drei Bäume hätten auch gereicht", meint Arno Palm beim Anblick einer Reihe von Linden, die in der Hauptstraße von Vogelsdorf viel zu dicht stehen und sich gegenseitig beim Wachsen behindern. Zwei der Bäume sind komplett beschnitten. "Als anlässlich der Dorferneuerung 1998 viel Geld nach Vogelsdorf geflossen ist, sind eine Menge guter Sachen passiert, sagt Arno Palm, einiges jedoch sei übereilt und unüberlegt gemacht worden. Dazu gehöre zum Beisspiel die Pflanzung von schnellwachsenden Bäumen an ungeeigneten Stellen.

Anlass für diese Ortsbegehung durch den Ortschaftsrat war die Aufforderung der Gemeindeverwaltung an die Ortschaften der Gemeinde Huy, den Investitionsbedarf für das kommende Jahr zu melden. So haben sich die Vogelsdorfer Ortschaftsräte Andreas Seetge, Sabine Schlangen, Arno Palm, Andrea Merten und Hans-Joachim König gemeinsam zu einem Rundgang durch ihr Dorf aufgemacht.

Die Hauptstraße wird von Grünflächen gesäumt, die der Kommune gehören und zentral durch eine Firma gepflegt werden. Das habe leider nicht immer geklappt. Weil der Sommer 2014 extrem feucht war, sei die beauftragte Firma mit der Pflege nicht hinterhergekommen.

Über die Molkereistraße geht es zum sogenannten "Rentnerweg", der am Marienbach entlang führt. Dieser sei vor 40 Jahren als Spazierweg recht beliebt gewesen, erinnert sich Hans Joachim König, heute ist er kaum noch als Weg erkennbar. Andrea Merten sagt, dass hierzu eine Bürgerbefragung geplant sei, bei der sich die Vogelsdorfer äußern können, ob sie diesen Weg zurück haben wollen.

Arno Palm ist Landwirt und mit seinen Maschinen auf den Feldern um Vogelsdorf unterwegs. Er wünscht sich aus Sicherheitsgründen einen Spiegel an der Stelle, wo er am Ortsausgang auf die B 244 biege, und diese überhaupt nicht einsehen könne. "Und leider halten sich die wenigsten der Autofahrer an die vorgeschriebene Geschwindigkeit."

Auf der Thiestraße fällt das Birkenwäldchen auf, in dem erschlossene Grundstücke auf Bauwillige warten. Zumindest für die Pappeln auf dem Gelände sei nach Aussage des Bauhofes der Gemeinde Huy durch ein sogenanntes "Pappelprogramm" des Landes eine Lösung in Sicht, hat Ortsbürgermeister Andreas Seetge erfahren. Der Gemeindegraben direkt daneben ist als solcher kaum noch zu erkennen. Die anderen Gräben rund um Vogelsdorf sehen auch nicht besser aus, sagt Arno Palm. Auch der Zustand des Marienbaches, der mitten durch den Ort verläuft, verschlechtere sich zusehends, stellt der Rat fest. An einigen Stellen ist er fast zugewachsen. "Offensichtlich nehme der Grabenverband seine Aufgabe hier nicht ernst genug, sagt Sabine Schlangen und befürchtet eine Überschwemmung beim nächsten Hochwasser, weil der Bach das Wasser nicht mehr aufnehmen könne.

Am Übergang zur Siedlung stehen ständig große Pfützen am ehemaligen Bahnübergang. Das sei unzumutbar für die Bürger, sind sich die Räte einig.

Eine unansehnliche Behelfshaltestelle in der Thiestraße, die nicht benutzt wird und der Zustand der alten Badeanstalt, die seit ihrer Schließung 2003 verfällt, sind weitere Punkte, die auf die Prioritätenliste des Ortschaftsrates gehören.

Ganz oben auf der Liste stehe jedoch das Kirchplatzprojekt, bei der durch die Umgestaltung des gesamten Kirchplatzes ein kirchlich-kommunales Gemeindezentrum geschaffen werden könnte.

Bilder