Die Turmhaube der Schwanebecker Petrikirche wird in den nächsten Wochen saniert. Seit gestern steht der erste Teil eines Gerüstes an der Nordseite des Gotteshauses. Hinzu soll noch ein freitragender Aufbau kommen, der bis an den Turm heranreicht.

Schwanebeck l Der Turm der Petrikirche erfährt im ersten Bauabschnitt eine sogenannte Notsicherung. "Ein Gutachter hat festgestellt, dass die Dachtragekonstruktion des Turmes Schäden aufweist", erklärt Thomas Müller vom Planungsring Architekten und Ingenieure aus Wernigerode beim Vor-Ort-Termin. "Es handelt sich um Holzfäule und Insektenbefall sowie diverse weitere Schäden." Die Arbeiten seien dringend notwendig. Am gestrigen Mittwoch hat eine Firma aus Üllnitz den ersten Teil eines Gerüstes an der Nordseite des Turmes aufgebaut. "Ein frei tragender Teil kommt noch dazu", erläutert Müller weiter. "Dieser soll dann bis an den Turm heranreichen und den Arbeitern den Zugriff auf die Haube ermöglichen." Am kommenden Montag soll alles stehen.

"Danach sind erst einmal vorbereitende Arbeiten an der Reihe", fährt Müller fort. "So muss die installierte Technik demontiert werden und es müssen Hölzer entfernt werden. Schließlich wird die Turmhaube komplett abgehoben." Dabei komme ein großer Kran zum Einsatz, der das Turmdach in einem Stück, oberhalb des sogenannten Laternenbandes, abheben soll. "Das wird sicher ein einzigartiges Schauspiel", ist sich Pfarrer Christian Plötner sicher. "Das Turmdach wird bei diesem Schritt quasi neben die Kirche gesetzt."

Interessant an dem Fakt findet der Geistliche, dass man auf diese Weise Zugriff auf die Kirchturmspitze bekomme. "Wir wollen natürlich einen Blick in den Aufsatz wagen und einmal nachschauen, was uns frühere Baumeister als Nachricht hinterlassen haben." Darauf freue er sich schon jetzt. Ein genauer Zeitpunkt, wann zum letzten Mal Arbeiten an der Spitze vorgenommen wurden, ist ihm nicht bekannt. Die Antwort auf seine Frage erhofft er sich in der Kugel unter der Wetterfahne zu finden. "Es ist allgemein üblich, dass dort Nachrichten für die Nachwelt hinterlassen werden", sagt er.

Auch der örtliche Heimatverein interessiert sich brennend für den Inhalt der Kugel. Die Vorsitzende Petra Hein sagt dazu: "Wir werden Kontakt zur Kirchengemeinde aufnehmen, ob die Möglichkeit besteht, bei Sichtung der historischen Daten dabei zu sein. So hätten auch wir Zugriff auf für die Stadt wichtige Informationen, die wir der Öffentlichkeit entsprechend zugänglich machen könnten."

Bis dahin dauert es aber noch etwas. Nach der Sicherung in der nächsten Woche ist die Abnahme der Haube für die Herbstferien - im Zeitraum vom 27. bis 30. Oktober - vorgesehen. "Das Wetter muss natürlich passen", fügt Thomas Müller hinzu. "Es könnte durchaus zu Verzögerungen kommen." Die Mitarbeiter der Werkstätten für Denkmalpflege aus Quedlinburg wüssten das aber gut einzuschätzen, da sie mit solchen Projekten vertraut wären.

Im Zuge der Arbeiten werden heute außerdem noch die Bäume an der Nordseite der Kirche beschnitten, damit sie nicht den geplanten Einsatz der schweren Technik behindern. Darauf weist Pfarrer Christian Plötner noch einmal hin. Um den Abtransport des anfallenden Holzes will er sich kümmern.