Das Kartoffelfeuer in Rodersdorf hat auch diesmal zahlreiche Besucher angelockt. Bei sonnigem Wetter sorgten die freiwillige Feuerwehr und viele Helfer für ein lebendiges, herbstliches Fest.

Rodersdorf l Zu Beginn ist es am Rodersdorfer Sportplatz noch ziemlich ruhig. Ein kleines Lagefeuer ist bereits entzündet und der Grill wird angezündet. Jugendbetreuerin Bettina Wloch baut ihre Tische mit verschiedenen Spielen auf. Schon ein halbes Jahr vorher haben Kameraden der örtlichen Feuerwehr im nahen Waldstück nach abgestorbenen Ästen und Bäumen gesucht. Offensichtlich sind noch zu viele feuchte Materialien dabei, denn zunächst will der große aufgeschichtete Berg nicht brennen. "Wir können besser löschen als Feuer machen", kommentiert ein Kamerad. Doch mit dem Nachlegen von trockenen Zweigen klappt es dann doch.

Eine ganze andere Aufgabe hat Willy Rütze übernommen. Der 74-Jährige kümmert sich um historische Landtechnik. "Ich habe noch schnell eine Kartoffelschleuder aus dem Jahr 1932 angestrichen und hier aufgestellt", berichtet er. "Eigentlich wollten wir noch mehr Technik zum Thema Kartoffeln zeigen". Davon hat er gemeinsam mit Frank Schmidt schon einiges auf Lager. Von der Sortiermaschine bis zum Heuwender und Binder stehen einige Exemplare in den Scheunen. Die Kartoffelschleuder soll den Festbesuchern gezeigt werden.

Willy Rütze ist in Rodersdorf eine Institution. 40 Jahre lang war er Chef der Feuerwehr. Die Familie wurde 1961 in die LPG gezwungen. "Wir bekamen keinen Dünger mehr und die Milch wurde nicht abgenommen", erinnert er an diese schwere Zeit. Zunächst fand er Arbeit in der Papierfabrik, später in der LPG. Nach der Wende folgte eine Arbeitsstelle als Kraftfahrer. Noch heute übernimmt der Senior Fahrten mit der Feuerwehrauto, "weil die Jugend keinen Führerschein hat". Ansonsten kümmert er sich um die Altersabteilung.

Leiter der Freiwilligen Feuerwehr ist jetzt Herbert Stibane. Seine Aufgabe ist an diesem Tag die Besetzung des Versorgungsstützpunktes. Hier bereiten Heidemarie und Susan Guhl die Materialien für das Stockbrot vor. Christoph Lütjens, seit 19 Jahren bei der Feuerwehr, kümmert sich um den Grill.

Dann treffen auf dem Sportplatz drei Kleinbusse ein. Sie bringen 15 Kinder und Jugendliche aus dem DRK-Landkinderheim Anderbeck zum Fest. "Sie sind vor zwei Jahren zufällig auf unser Kartoffelfeuer aufmerksam geworden und wurden jetzt wieder eingeladen", so Bettina Wloch. Schnell ist ihr Spieltisch von Interessierten umringt und sie muss einiges erklären. "Das meiste habe ich selbst gebastelt", erklärt sie. So kaufte sie im Baumarkt kleine Holzkugeln und fertigte daraus ein Geschicklichkeitsspiel.

Als dann das Stockbrot vorbereitet ist, trifft sich alles am kleinen Lagerfeuer. Auch Äpfel können dort geröstet werden und alle halten fleißig ihre Stöcke in die Glut. Am Mittwoch treffen sich die Kameraden wieder zu ihrem Übungsabend. "Wir sind froh, jetzt im Objekt eine neue Heizung zu haben". Herbert Stibane weiß, dass noch neue Fenster und die Dämmung des Dachbodens folgen müssen. Aber, die kleinste Feuerwehr der Verbandsgemeinde hat Geduld.

 

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