Das Jubiläum der Grenzöffnung zwischen Hessen und Mattierzoll rückt näher. Am 12. November wird an diesen großen Tag vor 25 Jahren erinnert.

Mattierzoll/Hessendamm l Es war ein Sonntag, morgens um 7.58 Uhr, als sich der Grenzzaun bei Hessendamm öffnete. In Hessen erinnert sich Klaus Bogoslaw, damals Bürgermeister und Mitglied der vorbereitenden Gruppe, an die bewegten Stunden bis zu diesem Schritt. Gemeinsam mit dem damaligen Veltheimer Bürgermeister Klaus-Dieter Böhnstedt nahm er am 11. November 1989 im Kontrollpunkt der Volkspolizei bei Hessendamm an Lagebesprechungen teil.

Bogoslaw: "Bereits gegen 17 Uhr entbrannte eine erregte, emotional aufgeladene, in einigen Punkten auch kontrovers geführte Diskussion. Es wurde der Standpunkt erstritten, am Hessendamm unverzüglich eine Grenzübergangsstelle einzurichten." Die anwesenden Offiziere gaben ihre Entschlüsse zur Einrichtung einer Grenzübergangsstelle bei Hessendamm bis zum 12. November, 8 Uhr, an ihre übergeordneten Befehlsstellen durch. Eine weitere Lagebesprechung erfolgte zwischen 22 und 22.30 Uhr.

Bald wurde der Entschluss "von oben aus Berlin" bestätigt. "Mir fiel ein Stein vom Herzen, weil wir mit unserer Entscheidung vor Ort Rückhalt bis zu den obersten Führungsgremien hatten", sagte Bogoslaw, der heute Ortsbürgermeister in Hessen ist. Als ein Kurier vom Kommando der Grenztruppen gegen 22.30 Uhr eintraf, war die Pioniereinheit in Hessendamm bereits im Einsatz.

Die Grenzöffnung forderten am 11. November 1989 auch auf kirchlicher Ebene und in "kleinen Zirkeln" engagierte Personen um Pfarrer Stephan Werther, wie zum Beispiel Andreas Haustein und Horst Löhr aus Veltheim.

Für den damaligen Winnigstedter Bürgermeister Erick Bewig war klar, dass an das besondere Ereignis auch weiterhin erinnert werden muss. Aus diesem Grund wurde Mitte 1991 von ABM-Kräften der Samtgemeinde Schöppenstedt, zu der Winnigstedt gehört, der Grenzinformationspavillon um rund 250 Meter in Richtung Hessen versetzt und neu ausgestattet. Gleichzeitig bauten die ABM-Mitarbeiter an der Bundesstraße 79 die Grenzgedenkstätte auf und verwendeten Teile der früheren Sperranlagen.

Den Grenzpavillon ließ ursprünglich das ehemalige Innerdeutsche Ministerium aufbauen. In diesen Tagen vor den Jubiläumsfeierlichkeiten ist der Pavillon nochmal renoviert worden. Denn am 12. November wird dort der Auftakt für die Jubiläumsfeierlichkeiten erfolgen. Erwartet werden dazu viele, viele Zeitzeugen und auch die Landtagspräsidenten der Nachbarbundesländer.

In Hornburg richtete übrigens das Niedersächsische Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten bereits im Jahre 1980 einen größeren Informationsraum "Grenze zur DDR" ein. Hier wurde über die Teilung Deutschlands informiert.

In Mattierzoll wurden auf Anfrage des zuständigen Ministeriums längere Zeit mehrere Fotos ausgestellt, die im Verlauf des sogenannten kleinen Grenzverkehrs um 1980 und kurz danach im Ostharz- und Fallsteingebiet aufgenommen worden waren.

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