Schnelle Hilfe für den Malteser Mischlingshund "Marti" konnte dank eines Aufrufs im Halberstädter Tageblatt gefunden werden. Roswita Remmert aus Wegeleben ist ganz glücklich, dass es einen Unterstützer gibt, der die nötige Operation des Hundes übernehmen will.

Halberstadt l Der Mischlingsrüde "Marti" kam völlig verhungert und verwahrlost in die Hände von Roswita Remmert in Wegeleben. Er war bei der Tierunterkunft in Halberstadt abgegeben worden, ohne dass es eine Nachricht vom bisherigen Besitzer gab, berichtete sie.

Seit zehn Jahren ist Tierfreundin Frauke Becker in der Vermittlung von Hunden im Halberstädter Tierschutzverein zuständig. Zuvor unterstützte sie die Fundtiereinrichtung bereits mit regelmäßigen Gassigängen. "Heute organisiere ich Tierarztbesuche, biete Hunde im Internet zur Vermittlung an und betreue Familien auch im Nachhinein" berichtete Becker.

Der jetzige Hund kam vor fünf Monaten in ihre Hände und fand in Roswitha Remmert sofort eine begeisterte Hundefreundin. "Wir hatten bereits zwei Hunde. Die sind mittlerweile gestorben und deshalb haben wir das Angebot zur Pflegeübernahme gern genutzt", erzählte Remmert.

"Unser Neuling wollte anfangs nicht fressen, musste fast jeden dritten Tag zum Tierarzt." Als sich herausstellte, dass eine Operation an den Ohren nötig ist, um die dauernden Entzündungen und Wucherungen zu behandeln, wandte sie sich wieder an den Tierschutzverein in Halberstadt. "Für die wohl 700 Euro teure Operation fehlt uns das Geld", bedauerte die Wegelebenerin.

Günther Buscha las den Aufruf in der Volksstimme. Er besitzt selbst einen Westy-Hund und sagte sofort zu, Hilfe für "Marti" zu organisieren. So kam es am Donnerstag im Büro des Chefs des Entsorgungsunternehmens im Halberstädter Gewerbegebiet "Am Sülzegraben" zu einem "tierischen" Treffen.

"Marti" ist nach der guten Pflege in Wegeleben wieder ganz munter und offensichtlich operationsfähig. Sofort wurde telefonisch bei einem Halberstädter Tierarzt ein OP-Termin für diese Woche vereinbart. "Wer einmal selbst ein Tier hatte, wird sich in solch einem konkreten Fall gern engagieren", bestätigte der Sponsor. Die Betreuerinnen sollen ihn auf jeden Fall informieren, wie "Marti" die Prozedur überstanden habe und ob weitere Hilfe nötig wird. Schließlich dürfte es nicht ohne Nachuntersuchungen abgehen.

Die beiden Frauen sind froh, solch eine gute Lösung gefunden zu haben. "Rund 30 bis 35 Mal passiert es im Jahr, dass bei uns herrenlose Hunde abgegeben und untergebracht werden müssen", sagte Frauke Becker, die in der Buchhaltung der Halberstadtwerke tätig und für den Tierschutzverein gern im Ehrenamt aktiv ist. Sie wartet jetzt gespannt auf das Ergebnis. "Da ,Marti` erst sechs bis sieben Jahre alt ist, kann er es noch rund zehn Jahre bei der neuen Familie gut haben", schätzt sie.