Die Bushaltestelle in Rodersdorf ist zum Thema im Stadtrat von Wegeleben geworden. Nach Hinweisen aus der Bevölkerung monierten in dem Ortsteil wohnhafte Räte, dass der Haltepunkt nicht ordnungsgemäß genutzt werde. Teilweise sollen die Busse vor der dort vorhandenen Verkehrsinsel halten, um hier Fahrgäste aufzunehmen.

Rodersdorf l In Rodersdorf sind die dortige Bushaltestelle und die Zuwegung über die Straße der Freundschaft eigens mit Fördermitteln, die seinerzeit aus den Töpfen der EU kamen, ausgebaut worden. An der Planung und Umsetzung waren auch die Harzer Busbetriebe (HBB), die sich jetzt unter dem Dach der Harzer Verkehrsbetriebe (HVB) befinden, beteiligt. "Wir haben seinerzeit alle Forderungen der HBB erfüllt", sagt Wegelebens Bürgermeister Hans-Jürgen Zimmer (CDU). "Sogar die Zufahrt über die Landesstraße 73 in die Straße der Freundschaft hinein wurde neu gepflastert, damit die Busse hier problemlos hineinkommen können." Das Stadtoberhaupt und seine Räte gehen davon aus, dass die Anfahrt von Wegeleben und Hedersleben über diese Straße problemlos ablaufen sollte.

Die Linie 217 fährt aber, aus Hedersleben kommend, in die Heteborner Straße ein und hält dort an einem extra eingerichteten Haltepunkt. Dieser befindet sich quasi gegenüber der Haltestelle in der Straße der Freundschaft. Fährt ein Bus aus Wegeleben ein, hält er dann auch dort und verlässt den Ort über die Heteborner Straße. Das hat die HVB so in ihrer Linienführung festgelegt.

Zimmer stellt beim Vor-Ort-Termin mit der Volksstimme in Rodersdorf die Frage, warum denn die Einfahrt mit Fördergeldern finanziert worden sei, wenn sie doch gar nicht wie vorgesehen genutzt werde. Die Situation hat dazu geführt, dass über die Jahre ein reger Schriftverkehr zwischen der Verwaltung der Stadt Wegeleben und den HVB entstanden ist. Das letzte Antwortschreiben der Geschäftsführung, datiert auf den 20. August dieses Jahres, hebt noch einmal hervor: "Bei der von ihnen vorgeschlagenen Fahrstrecke ... mussten wir feststellen, dass aufgrund der Bauart der eingesetzten Busse ein Abbiegen nicht problemlos möglich ist." Als nähere Erklärung war von den HVB zu erfahren, dass oft ausfahrende Lkw das Einbiegen in die Straße der Freundschaft erschweren würden. Daher sei die Route über die Heteborner Straße eingerichtet worden, verbunden mit der dortigen Haltestelle.

Gemeinderat Frank Güttner (Freie Wähler Rodersdorf) und der stellvertretende Wehrleiter Uwe Stavenhagen, die ebenfalls zum Vor-Ort-Termin erschienen sind, weisen auf ein weiteres Problem hin. "Oft halten Busse einfach vor der Verkehrsinsel in der Straße der Freundschaft, ohne den Haltepunkt vor dem Wartehäuschen zu nutzen", sagt Güttner. "Die Fahrgäste müssen dann hier ein und aussteigen." Stavenhagen äußert in dem Zusammenhang Sicherheitsbedenken.

Busse halten in Rodersdorf vor der Verkehrsinsel

Auf Volksstimme-Nachfrage reagiert Steffen Bieder, der örtliche Betriebsleiter der HVB in Halberstadt, verblüfft. "Ich fahre selber diese Strecke und halte immer ordnungsgemäß vor dem Wartehäuschen", sagt er. "Mit einem Gelenkbus kann man da auch problemlos Fahrgäste aufnehmen." Wenn Busfahrer die ausgewiesene Haltestelle so missachten würden, sei das ein klarer Verstoß gegen ihre Aufgaben. Sollten Anwohner so etwas beobachten, sollten sie dies an die HVB melden, unter Angabe des Tages und der Uhrzeit.

Die Sicherheitsbedenken von Stavenhagen scheinen außerdem nicht unbegründet zu sein. Das Haltestellenschild auf der Verkehrinsel ist offensichtlich schon einmal umgefahren worden. Es weist Rückstände von blauer Farbe auf und ist im Bodenbereich verbogen, zudem ist der Fahrplanhalter in einem desolaten Zustand. Christian Schlenker, ein Anwohner, der neugierig hinzugekommen ist, weist darauf hin. "Das hat vor einiger Zeit ein Lkw umgefahren, danach ist es notdürftig zurechtgebogen worden", sagt er.

Schlenker spricht noch eine weitere Tatsache an. "Die Laterne in der Heteborner Straße funktioniert nicht mehr." Und: "Seit die Freileitungen abgebaut worden sind, ist sie ohne Strom. In der kalten Jahreszeit stehen hier die Schulkinder ohne Licht."

Zimmer versichert, er werde das Problem bei der nächsten Stadtratssitzung ansprechen. "Bei Nässe oder Glätte wird das Befahren beider Straßen in Rodersdorf für Brummis und Busse zum Problem", sagt der Bürgermeister und fügt hinzu: "Da kann ich die Bedenken der Bürger verstehen."

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