Eilenstedt l Große Freude herrscht am Dorfplatz von Eilenstedt. Mit Hilfe von bunt gestalteten Platten wird ein Schandfleck im Ort zwar nicht verschwinden, er soll künftig jedoch einen freundlicheren Anblick bieten.

Das ehemalige Gutshaus des Brandtschen Hofes steht leer und der Anblick der tristen, grauen Fassade ist den Eilenstedtern schon seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge. Daher hatten vor etwa zwei Jahren Bürgermeister Thomas Krüger (CDU) gemeinsam mit dem Ortschaftsrat die Idee zu einem Aufruf an die Vereine. "Leider hat unser damaliger Appell niemanden angesprochen", bedauert Ortsbürgermeister Volker Sander.

Idee mit nach Halberstadt genommen

Dann sei, wie so oft, der Zufall zu Hilfe gekommen. Die Eilenstedterin Diana Wenig arbeitet im Cecilienstift in Halberstadt und ist immer auf der Suche nach Inhalten einer sinnvollen Beschäftigung für die betreuten Bewohner der Einrichtung. Sie habe die Idee mit nach Halberstadt genommen, wo sie bei der Leitung der Einrichtung und bei den Bewohnern auf offene Ohren gestoßen sei. "Mit wahrem Feuereifer haben sich die Bewohner daran gemacht, die Platten zu gestalten."

Zur Übergabe sind die kreativen Bewohner des Cecilienstiftes mit ihren Betreuern sehr gern nach Eilenstedt gekommen. Auch ihren Verwaltungsdirektor Holger Thiele haben sie mitgebracht. Der sieht in dieser Aktion eine ideale Aufgabe für die Bewohner und lobt die unkomplizierte Zusammenarbeit mit den Eilenstedtern. Thiele hofft, dass diese weitergeht.

Weil die Macher den anfänglichen Plan, nur die verschlossenen Fenster mit bunten Platten zu versehen, verworfen haben und stattdessen die graue und bröckelige Fassade insgesamt bunt gestalten wollen, haben nun noch viele Platten Platz.

Wichtiger Beitrag zur Integration


Bürgermeister Sander sieht in der Aktion nicht nur einen Gewinn für die Eilenstedter, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Integration von Menschen mit Handicaps in die Dorfgemeinschaft. Er dankt den Malerinnen und Malern.

Weiterhin geht der Dank an Diana und Andreas Wenig für ihren Einsatz sowie an Bernd Rabsilber, der sich um das Herrichten der Platten gekümmert habe. Für Bernd Rabsilber ist die Mitwirkung bei solchen Aktionen selbstverständlich. "Ich habe Zeit und bin sehr gern aktiv." Er habe Respekt vor dem Miteinander und gehe gern mit gutem Beispiel voran.

Neben der bunten Fassade sollen auch die Fenster des Gebäudes verändert werden. Den Anfang hat Rabsilber bereits selbst gemacht, indem er auf einem der Fenster seine Katze verewigt hat.

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