Nienhagen/Schwanebeck l Bärbel Wellhausen und Hannelore Jordzick aus Nienhagen nutzen oft den Linienbus, um ihre Geschäfte in Schwanebeck zu erledigen. "Mit den Abfahrtszeiten ist soweit alles in Ordnung", schätzt Bärbel Wellhausen ein. "Der Bus, mit dem die Schüler befördert werden, ist aber immer ganz schön voll. Bis zur Haltestelle bei der Fleischerei Bendler halte ich auch schon mal stehend durch, es ist ja nicht so weit." Stehen Gänge zu den Behörden oder zum Arzt an, dann artet die Reise zu einer echten Laufarbeit aus. "Der Bus hält in Schwanebeck vor der Fleischerei", erklärt sie. "In der Kapellenstraße finde ich den Arzt, den Zahnarzt und die Verwaltung. Also muss ich ein ganzes Stück zurückgehen, quasi an der Sporthalle vorbei in die Breitscheidtstraße einbiegen und bis zum neu eingerichteten Spielplatzgelände hinaufwandern." Bärbel Wellhausen ist fit, sie schafft die Strecke, kauft hinterher noch schnell etwas ein und fährt mit dem Bus wieder zurück in den Ortsteil. Bei Hannelore Jordzick ist das anders. "Der Weg durch Schwanebeck ist für mich und auch andere Senioren eine echte Plackerei", stellt sie klar. "Gibt es denn keine andere Lösung dafür?"

Haltepunkt vor der Verwaltung vorgeschlagen

Beide würden es begrüßen, wenn der Bus direkt in der Kapellenstraße halten würde, ein Haltepunkt beim Verwaltungsgebäude wäre für sie optimal. "Das sehen eigentlich alle Rentner in Nienhagen so", unterstreicht Bärbel Wellhausen. "Wir wussten bislang nicht, an wen wir uns mit unserem Anliegen richten können." So sprachen die beiden engagierten Seniorinnen den stellvertretenden Bürgermeister Benno Liebner (Freie Wähler Nienhagen) an. Der gab den beiden den Ratschlag, eine Bürgerinitiative ins Leben zu rufen und eine Unterschriftensammlung in dem Ortsteil durchzuführen. Hilfsbereite Einwohner unterstützen die Rentner derzeit bei ihrem Vorhaben. "Ich werde das Anliegen der Senioren im Stadtrat vorstellen", sagt Liebner. "Um die Belange der Bürger müssen wir uns kümmern, das ist unsere Aufgabe." Auch Bürgermeisterin Christina Brehmer (Die Linke) sieht das ähnlich. "Die Sache wird nicht ganz einfach, wir müssen Kontakt zu den Harzer Verkehrsbetrieben (HVB) aufnehmen und sehen, was wir gemeinsam erreichen können. Ich finde es aber grundsätzlich gut, wenn Bürger von sich aus an den Stadtrat herantreten und ihre Probleme deutlich machen."

Benno Liebner hat sich mit dem Problem bereits beschäftigt. "Der Bus fährt nicht immer durch die Kapellenstraße", erklärt er. "Wir reden hier also über eine generelle Veränderung der Linienführung. Wenn wir die Unterschriftensammlung in den Händen halten, dann können wir mit den HVB in Kontakt treten und even- tuell bei einem Ortstermin über die Anregungen der Se-nioren reden."