Halberstadt l. Es sei eine gute Idee, die Weihnachtshöfe bereits am Freitag zu öffnen, war mehrfach zu vernehmen. Am ersten Abend waren zwar nicht so viel Menschen unterwegs wie an den beiden Folgetagen, doch Angebote und Stimmung stimmten. Und es herrschte kein Gedränge, was viele Besucher als angenehm empfanden. Obwohl am Sonnabend schon ab 14 Uhr geöffnet, setzte der Ansturm auf die 16 Höfe erst etwa zwei Stunden später ein. Als es langsam dunkelte und die vielen Lichter und Feuer zur Geltung kamen, war die Atmosphäre perfekt.

Beim Bummel und beim Aufenthalt hier und dort war schnell festzustellen, dass dieses von Halberstädtern organisierte Wochenende weiter an Qualität gewonnen hat. Vermisst wurde zwar der Hof am Hotel "Abtshof", doch gab es in der Nachbarschaft genügend Möglichkeiten, sich umzuschauen, mitzumachen, hier und dort etwas zu kaufen oder mit Familie, Freunden und Bekannten etwas länger zu bleiben. Zumal das reichhaltige kulinarische Angebot und die vielen unterschiedlichsten Glühweinsorten sehr verlockend waren. Ebenso das Unterhaltungsprogramm, das vom Auftritt der Kindergartengruppe und des Shantychors über Laienspieltheater und Feuershow bis hin zum Konzert des Jugendblasorchesters reichte. Besondere Highlights boten außerdem Grey Wolf mit seinem Weihnachtsblues in der Taufkapelle der Liebfrauenkirche, die Beatles-Songs covernde Band "The Blackbirds" in der Zora und das Gitarrenduo Attila und Amrik mit seinem mitreißenden Spiel. Beeindruckend war die große Zahl der Gäste auf dem Domplatz, die am Sonnabend das Turmblasen des Posaunenchores und das Adventsläuten erlebten und anschließend zur Andacht in den kerzenbeschienenen Dom einzogen. Alle Höfe an einem Tag im Schnelldurchlauf erleben zu wollen, wäre der falsche Vorsatz gewesen. So begab sich mancher lieber am nächsten Tag ein weiteres Mal zum Bummel durch die Altstadt.

Ob unterm Lichterbaum auf dem Domplatz, im Kreuzgang der Liebfrauenkirche, im erneut erweiterten Hof des Antik-Ladens am Grudenberg, in der Moses-Mendelssohn Akademie oder auf dem Hof der Alten Schmiede, überall wurde es manchmal ziemlich eng, doch blieb es trotzdem immer gemütlich.

   

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