Bagger auf dem Trainingsplatz und das im erst 2012 sanierten Stadion. Durch die aktuell laufenden Bauarbeiten soll das Stadion nicht nur regionalligatauglich bleiben, sondern langfristig auch besser zu vermarkten sein.

Halberstadt l "Von uns aus hätte das jetzt nicht sein müssen. Aber wir wollen nicht das Zünglein an der Waage sein, das der Regionalliga-Elf Halberstadts den Klassenerhalt verdirbt", sagt Frank Dannhauer. Der Geschäftsführer des Stadtkonzerns Nosa sieht in den aktuell veranlassten Bauarbeiten aber auch große Chancen - für den Sport und für die Stadt.

"Wir lassen zurzeit den Trainingsplatz 4 zu einem Kunstrasenplatz umbauen. Hier steht eine kleine Flutlichtanlage, so dass sich die Trainingsbedingungen in den Wintermonaten verbessern", sagt Dannhauer. Auf dem Hauptplatz wird eher an den Seiten gearbeitet, hier sollen demnächst 35 Meter hohe Masten aufgebaut werden, die das Stadion abends ausleuchten. "Das Flutlicht ist wie der Kunstrasenplatz Voraussetzung dafür, dass die erste Fußballmannschaft vom VfB Germania weiter in der Regionalliga spielen darf", sagt Dannhauer und fügt an: "Aber es profitieren nicht nur die Fußballer von dieser Investition".

Denn wenn das Stadionrund ausgeleuchtet werden kann, werde es auch für andere Abendveranstaltungen attraktiv. Dannhauer könnte sich Abendsportfeste ebenso vorstellen wie Leichtathletikwettkämpfe am Abend oder Nachtläufe. "Durch den Ausbau lässt sich das Stadion insgesamt besser vermarkten", ist sich der Nosa-Chef sicher.

Gerhard Bieler, der ebenfalls als Geschäftsführer in der Holding aktiv ist, begründet, warum die Arbeiten in der kalten Jahreszeit begonnen wurden. "Wir hätten lieber in der Sommerpause diese Arbeiten beauftragt. Aber da das Land Fördermittel für den Ausbau bereitstellt und daran die Bedingung geknüpft hat, beide Vorhaben nicht nur zeitgleich sondern auch noch in diesem Jahr umzusetzen, ging es im Herbst los." Immerhin rund 1,2 Millionen Euro werden die Arbeiten kosten, rund 700 000 Euro davon stellt die Nosa an Eigenmitteln zur Verfügung. "Wir hoffen, mit etwas weniger Geld auszukommen, müssen das aber abwarten", sagt Bieler.

Er erklärt auch, warum die Flutlichtanlage nicht gleich bei der umfassenden Sanierung vor gut zwei Jahren mit installiert worden war. "Es gab Überlegungen in diese Richtung. Aber um die Kosten im Griff zu behalten, haben wir uns damals gegen Flutlicht entschieden. Zumal es zu diesem Zeitpunkt auch nicht zwingend erforderlich war." Damals habe noch der DFB die Hoheit über die Regionalliga gehabt, aber es sei schon klar gewesen, dass diese Liga in die Zuständigkeit der Fußball-Landesverbände fallen wird. Nach längerem Hin und Her sei nun klar: Ohne Flutlicht keine Spielerlaubnis in Liga 4.

Der 2012 beendete Umbau des Friedensstadions hatte rund 2,5 Millionen Euro gekostet. Schon damals war der Aufstieg des VfB Germania in die Fußball-Regionalliga der Auslöser. "Als die Planungen begannen, war die Stadiontribüne noch nicht kaputt. Dass die dann kurz darauf abgängig war, war Zufall. Doch dadurch war es um so sinnvoller, in größerem Umfang umzugestalten", erinnert Dannhauer, der mehrfach betont, dass das Stadion aber nicht nur wegen der Fußballer saniert wurde und wird. "Wir haben viele erfolgreiche Sportler in den Vereinsreihen, auch für den Schulsport wird die Anlage genutzt."

Beim Flutlicht, für das die Masten erst im Frühling gesetzt werden, habe man bei den Planungen darauf geachtet, dass der Platz ausgeleuchtet werde und nicht die Umgebung, betont Dannhauer.