Diese Adventszeit hatte sich "Lüttis Rasselbande" wahrlich anders vorgestellt. Nach einem Wasserschaden musste die Kindertagesstätte Lüttgenrode geschlossen werden. Aber es gibt Hoffnung.

Lüttgenrode l Licht und Schatten liegen in der Lüttgenröder Tagesstätte momentan nur eine Wand voneinander getrennt. Die drei Gruppenräume plus Küche, Sanitärräume und Flur waren Mitte November durch einen Wasserrohrbruch überschwemmt worden. Dass hier zuvor Kinder spielten, davon zeugen jetzt nur noch einige Wandbilder. Die Estrichfußböden sämtlicher Räume mussten herausgebrochen werden. Auch Wandfliesen mussten runter. Aus der Einrichtung ist ein Rohbau geworden. Die Trocknungslüfter müssen noch einige Wochen laufen. Wohl erst Ende Januar wird klar sein, wann die angestammten Räume wieder genutzt werden können. Abhängig sein wird das von der Materialwahl für den neuen Fußboden, die wiederum auch von den Kosten abhängt.

Das Licht scheint nun auf der anderen Gebäudeseite, die eine Stufe höher liegt und daher vom Wasser verschont blieb. Zum Mittwoch, 7. Januar, also nach den Feier- und Brückentagen, können zumindest die 23 Mädchen und Jungen im Kindergartenalter wieder in Lüttgenrode einziehen. Die Stadt hat für den Notbetrieb einen früheren Lagerraum umgebaut. Er bekam einen Wasseranschluss für Waschmaschinen und Küche, Licht und einen neuen Fußboden. Es ist ein Multifunktionsraum. Hier wird sich ab Januar das Gros des Kindergartenlebens abspielen. Ein zweiter Raum, in dem die Mädchen und Jungen früher schliefen, steht auch noch zur Verfügung.

Draußen wurde ein Container mit kindgerechten Sanitäranlagen aufgestellt, übrigens nach Internetrecherche aus Zwickau geholt.

Seit fünf Wochen nun sind die Lüttgenröder und Stötterlingener Kinder in anderen Kindertagestätten untergekommen. 14 in Bühne, zehn in Wülperode und neun in Osterwieck. "Die Kinder sind dort herzlich aufgenommen worden", sagte Leiterin Heike Hundertmark-Wedde, die sozusagen über Nacht von der Erzieherin zur Krisenmanagerin wurde. Auch in der Stadtverwaltung hat die Organisation des Notbetriebs viel Kraft gekostet. "Das ist schon ein gehöriger Eingriff in die Abläufe der Kinderbetreuung", sagte Hauptamtsleiter Manfred Riecher.

Derweil spüren die fünf Erzieherinnen, dass die Kleinen die ungewohnte Umgebung in den anderen Orten nicht so einfach wegstecken. Es sind mehr Kinder krank als üblich, sie kommen daher unregelmäßig. Auch den Eltern fällt die Umstellung nicht leicht. Nicht jeder besitzt ein Auto, um sein Kind in den Nachbarort zu fahren. Wenn wenigstens erstmal die Kindergartengruppen wieder hier sind, werden viele aufatmen.

Gefreut haben sich die Erzieherinnen über die Hilfe aus dem Dorf. Einige Spenden gab es. "Uns fehlen noch kleinere Regale", berichtete Hundertmark-Wedde. Die alten Möbel sind alle nass geworden und zumindest vorerst nicht zu verwenden. Am Montag halfen auch einige Eltern mit, um den großen Multifunktionsraum einzuräumen. Jugendamt und Gesundheitsamt kamen vorbei, um die neue provisorische Einrichtung für den Betrieb ab 7. Januar abzunehmen.

   

Bilder