Die traditionelle Sternenwanderung des Kultur- und Heimatverein "Zum Eulenturm" Wegeleben ist kurzfristig in die Vereinsräume verlegt worden. Schuld war das Wetter. Die Teilnehmer erfuhren vom Astronomie-Experten Karl-Heinz Mau Wissenswertes zur nächsten Sonnenfinsternis, die am Freitag, 20. März, auch in der Vorharzregion beobachtet werden kann.

Wegeleben l Widrige Wetterverhältnisse zwangen die Veranstalter dazu, die Wanderung in eine Vortragsveranstaltung zu verwandeln. Darauf war der Wegelebener Astronomie-Fachmann Karl-Heinz Mau durchaus vorbereitet. Schon im Vorfeld hatte er sich zweigleisig auf den Abend vorbereitet. "Wenn das Wetter nicht mitspielt, dann gibt es für die Teilnehmer einen Vortrag zu hören", hatte er im Vorfeld gegenüber der Volksstimme versichert. "Interessant dürften die Ausführungen allemal werden." Mau behielt recht. Die eigentlich geplante, gemeinsame Beobachtung der Jupitermonde und eines aktuellen Kometen wurde ersetzt von einer Besprechung der nächsten Sonnenfinsternis, die auch durchaus in der Region beobachtet werden kann. So erklärte es jedenfalls der Experte. "Am Freitag, 20. März, ist es so weit", sagte er. "Uns erwartet ein interessantes Schauspiel." Dazu präsentierte er ein Bild, welches bei einer ringförmigen Sonnenfinsternis, nahe dem ehemaligen Betonwerk in Wegeleben entstanden ist. Mau hofft am 20. März wieder auf gutes Fotowetter, um den Vorgang dann erneut dokumentieren zu können.

"Es wurde trotz des wolkenverhangenen Himmels ein interessanter Abend", lobte der Vereinsvorsitzende Karl-Heinz Becker den bekannten Astronomie-Experten der Stadt. Mau ist gerade wegen der Beobachtung solcher Schauspiele schon rund um die Welt gereist. Eine Sonnenfinsternis fasziniert ihn einfach. Daher weilte er schon in Südamerika und Südeuropa, um hier einen optimalen Blick auf die Naturphänomene zu haben. "Nicht immer war mir das Glück hold", schilderte er. "Wenn aber das Wetter mitspielte, dann hatte sich in dem Moment der Aufwand gelohnt."

Karl-Heinz Mau geht in seinem Hobby auf. Wenn er über seine Erlebnisse berichtet, ist ihm die Begeisterung anzumerken. Sein Fachwissen kommt nicht von ungefähr, schließlich hat er schon in einer Sternwarte gearbeitet und weiß, welche Teleskope sich am besten für die Beobachtung von Planeten oder gar der Sonne eignen. Sein erstes Teleskop hat er sich einst selber gebaut. Heute ist seine Ausrüstung sehr viel professioneller geworden. "Karl-Heinz Mau weiß, wovon er spricht, wenn er beispielsweise unsere Planeten beschreibt", schätzte Karl-Heinz Becker anerkennend ein.

Nach dem Vortrag wurden die weiteren Vorhaben des Vereins besprochen. So ist am Mittwoch, 11. Februar, ein Vortrag mit Bildern von Walter Willecke geplant. Den wird die Leiterin der Seniorengruppe Wegeleben, Gisela Tröster, halten. Zu dem Thema "Wegeleben gestern und heute", das bereits mit großem Erfolg in ihrer Seniorengruppe vorgestellt wurde, hat sie inzwischen noch weitere Fotos gesammelt. "Der erste Vortrag in der Roten Schule hat dazu geführt, dass die Senioren selber auf Spurensuche gegangen sind", weiß Becker.

Der Sterbetag (16. Februar) des Wegelebener Erfinder Dr. Wilhelm Schmidt (1858-1924) sowie sein Geburtstag (18. Februar) sind weitere Termine des Heimatvereins. Eine Delegation aus Wegeleben reist daher am 21. Februar zu einer Gedenkstunde zum Heimatverein nach Benneckenstein. Auch in Wegeleben soll ein Kranz am Gedenkstein niedergelegt werden, kündigte Karl-Heinz Becker an. Für den 11. März ist die Mitgliederversammlung des Vereins vorgesehen. Außerdem soll es im März noch einen Reisebericht von der Familie Bäuerlein über Argentinien in den Räumen des Heimatvereins geben.