Die Debatte um die Zeitdauer der nächtlichen Sparschaltung bei den Straßenlaternen erreicht heute auf Betreiben Aspenstedts den Halberstädter Stadtrat. Kritik an der flächendeckenden Dimmaktion kommt jedoch auch aus Halberstadt direkt.

Halberstadt/Aspenstedt l Antje Marquardt aus der Wilhelm-Trautewein-Straße hat ihre Lösung gefunden: "Künftig werde ich mir auf jeden Fall eine Taschenlampe einstecken oder besser noch eine Stirnlampe aufsetzen." Die Halberstädterin übt sich - ganz bewusst und natürlich überspitzt - in Sarkasmus, um ihre Kritik ein wenig plakativ zu formulieren. Daran, dass die Stadtverwaltung und der von den Verantwortlichen beauftragte Stadt- und Landschaftspflegebetrieb (Stala) jüngst heimlich, still und leise an der Steuerung der Stadtbeleuchtung gedreht hat. "Damit ist nun noch eine Stunde früher Sparbeleuchtung angesagt - bei unseren mitunter ziemlich schlechten Gehwegen ist das einfach nicht schön", berichtet die Halberstädterin.

Von jener Korrektur am Steuerungsprogramm sei sie kürzlich jäh überrascht worden. "Ich war spät am Abend auf dem Nachhauseweg vom Sport, und da war es mächtig duster." Der Grund für die Funzelei im öffentlichen Verkehrsraum: Um städtische Ausgaben zu senken, hatten die Stadträte schon vor längerer Zeit beschlossen, die nächtliche Sparschaltung um zwei Stunden zu verlängern.

In der Realität bedeutet das: Wurde bislang etwa jede zweite Laterne von 23 bis 4 Uhr nachts abgeschaltet, erlöschen diese Lampen jetzt zwischen 22 und 5 Uhr. Und das sei, ist Antje Marquardt überzeugt, zumindest im Winterhalbjahr am Abend einfach zu früh.

Kritik, mit der die Halberstädterin längst nicht allein steht. Auch im Ortsteil Aspenstedt ist Unmut laut geworden: Dort ist die neue Sparschaltung für zahlreiche Einwohner und Ortschaftsräte ebenfalls zu lang. Begründet wird dies in erster Linie mit der Gefahr steigender Kriminalität. Und die Aspenstedter belassen es nicht bei bloßer Kritik, sondern wollen Fakten: Auf ihr Betreiben hin soll der Stadtrat heute die Rolle rückwärts machen. Die Räte - so der Aspenstedter Antrag - sollen beschließen, bei der Nachtabschaltung in den Ortsteilen wieder zum ursprünglichen Zeitraum (23 bis 4 Uhr) zurückzukehren.

Wie die Stadträte diesen Vorstoß sehen, bleibt abzuwarten. Antje Marquardt würde sich in jedem Fall wünschen, dass in punkto Licht nicht nur die Ortsteile in den Fokus rücken, sondern ganz Halberstadt - "wir sind ja schließlich eine Stadt".

Bleibt letztlich die Frage, wie es nun weitergeht? Stadtsprecherin Ute Huch hält sich mit dem Blick in die Zukunft zurück - wegen des aktuellen Stadtrats-Antrag aus Aspen- stedt. In der Vergangenheit habe man bereits mit zahlreichen Schritten - beispielsweise Nachtsparschaltungen und sparsamere Lampen - den Stromverbrauch drosseln können. Damit habe man zumindest der allgemeinen Preissteigerung beim Strom gegensteuern und den Kostenanstieg dämpfen können.