Mit Blick auf das begonnene Jubiläumsjahr der Feuerwehr in Vogeldorf konnte auf der Jahreshauptversammlung eine positive Bilanz gezogen werden. Besonders erfreulich ist, dass die drohende Auflösung der Ortsfeuerwehren abgewendet zu sein scheint.

Vogelsdorf l "Wir drehen alles wieder zurück", stellte Wehrleiter Frank Weber zur Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Vogelsdorf im vollbesetzten Gerätehaus fest.

Gemeint ist die leidige Diskussion um die 2013 eingeführten Strukturänderungen der Huy-Feuerwehren und die Einteilung in Stützpunktfeuerwehren und Löschgruppen. Weil diese nicht gesetzeskonform seien, hatte das Inneministerium die neuen Strukturen nicht anerkannt und gefordert, die Ortsfeuerwehren aufzulösen. Dieser Gedanke hatte unter den Kameradinnen und Kameraden für jede Menge Unruhe und Unmut gesorgt.

Huy-Bürgermeister Thomas Krüger (CDU) hatte dieser absurden Forderung sofort wehement widersprochen. Nun scheint eine Lösung greifbar. "Wir halten an den Strukturen von 2013 fest", betonte er vor den Vogelsdorfer Feuerwehrleuten. Das Kind erhalte lediglich einen neuen Namen. Und so ist im Jahresbericht des Wehrleiters bereits von Löschbereichen eins bis vier die Rede, wobei die Strukturen insgesamt beibehalten werden und somit die Vogelsdorfer gemeinsam mit den Kameradinnen und Kameraden aus Dedeleben und Pabstorf den Löschbereich Huy 3 bilden. "Diese Strukturen und Bezeichnungen sind bereits mit dem Landkreis abgestimmt", bestätigt Thomas Krüger und betont, dass es vom Landkreis dazu bereits positive Signale gebe. "In den Ausrückebereichen hat sich die Zusammenarbeit bewährt", sagt der Bürgermeister und bezeichnet die jetzige Struktur als "einen richtigen Schritt in die Zukunft."

Mit Blick auf das vergangene Jahr kann Wehrleiter Frank Weber eine recht positive Bilanz ziehen. Mit insgesamt 31 Mitgliedern ist die Feuerwehr von Vogelsdorf im Verhältnis zur Einwohnerzahl von weniger als 300 Menschen gut aufgestellt. 18 Kameradinnen und Kameraden stehen für den aktiven Einsatz zur Verfügung. Allerdings sei durch die vielen Pendler in den Reihen der Aktiven die Einsatzbereitschaft in der Zeit zwischen 6 und 18 Uhr nicht gewährleistet. Weber schätzt ein, dass während dieser Zeit im Durchschnitt höchstens drei Kameraden zur Verfügung stehen.

Insgesamt sechsmal wurden die Feuerwehrleute im vergangenen Jahr zum Einsatz gerufen, zweimal davon in Vogelsdorf selbst, einmal zum Brand eines Trafohäuschens am 1. Juli und am 14. Oktober zur Beseitigung einer Ölspur. Die Wehr in Vogelsdorf verfügt über ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSFW) und einen Mannschaftstransportwagen. Der Zustand der Fahrzeuge wird als gut eingeschätzt, lediglich die Reifen am Löschfahrzeug sind über 10 Jahre alt und müssten erneuert werden.

Eine Fotoshow mit Bildern aus dem vergangenen Jahr erinnerte an die vielen Ereignisse 2014 im Ort, an denen stets auch die Feuerwehr beteiligt war, wie zum Beispiel das Osterfeuer oder der Weihnachtsmarkt, der erstmals auf dem Kirchplatz gefeiert wurde. Fotos vom Tag der offenen Tür im August machten Lust auf das nächste Fest. Weil in diesem Jahr das 120-jährige Jubiläum der Feuerwehr in Vogelsdorf ansteht und im August groß gefeiert werden soll, wünschen sich die Feuerwehrleute eine Ergänzung ihrer Ausgangsuniformen. Bürgermeister Krüger versprach hier unbürokratische Hilfe bis zum Fest.

Im Laufe des vergangenen Jahres wurden regelmäßig alle zwei Wochen die Standortausbildungen absolviert, zweimal gemeinsam mit den Kameraden aus Dedeleben und Pabstorf. Zur Zeit ist die Gemeinde dabei, für alle 220 aktiven Feuerwehrleute neue Einsatzhelme anzuschaffen, für 60 Tausend Euro. Dass sich die Vogelsdorfer bis zum Erhalt ihrer neuen Helme noch ein wenig in Geduld üben müssen, sieht Weber gelassen: "Schließlich stehen wir im Alphabet ganz weit hinten."