Am 23. Mai beginnt die Badesaison im Langensteiner Sommerbad. Bis dahin ist jedoch noch sehr viel zu tun. Mitglieder des Fördervereins sind seit Wochen beschäftigt, die Anlage so herzurichten, dass alle Besucher ungetrübten Badespaß haben werden.

Langenstein l Zu tun gibt es immer etwas im Freibad am Dorfrand. Da sind neben der Besetzung der Kasse und der Aufsicht während der Öffnungszeiten zunächst die immer wiederkehrenden Pflegearbeiten, Wartungen und kleineren Reparaturen zu erledigen. Doch wesentlich mehr beansprucht werden die Vereinsmitglieder bei der Realisierung größerer Projekte.

Diesmal ist es die Trockenlegung der zwischen Liegewiese und den Becken stehenden 110 Meter langen Stützmauer. Feuchtigkeit war verantwortlich dafür, dass regelmäßig Fliesen abfielen. Eine dauerhafte Lösung musste her, um das Problem in den Griff zu bekommen und auch diesem Abschnitt der sonst sehr gepflegten Anlage wieder ein ordentliches Aussehen zu geben.

"Eigentlich wollten wir uns nicht selbst daran wagen, weil uns das Projekt eine Nummer zu groß schien", berichtet die stellvertretende Vereinsvorsitzende Carmen Giese. Doch Holger Werkmeister habe alle überzeugt, das Projekt gemeinsam anzugehen. Als Baufachmann hat er nicht nur die Planung übernommen, er ist seitdem auch Organisator und als Bauleiter regelmäßig vor Ort.

Nach der Badesaison 2014 wurde mit großem Zeit- und Kraftaufwand ein mannshoher Graben entlang der Mauer geschachtet. "Seit drei Wochen sind fast täglich ein paar Leute nach Feierabend beschäftigt, die Arbeit fortzusetzen", so Carmen Giese. Inzwischen wurden Drainagerohre verlegt, die für den Abfluss des Wassers unter der Mauer und den sich anschließenden Gehweg sorgen. Eine Noppenfolie klebt an der Erdseite des Mauerwerks, der Graben ist mit Vlies ausgelegt und wird nun Meter für Meter mit Drainagekies aufgefüllt. Die Vizevorsitzende greift zur Schaufel und unterstützt Marcus Brüser beim Verteilen des Gesteins. Eine mühevolle, kraftzehrende Arbeit. Währenddessen lädt Holger Kahmann den Erdaushub mit der Baggerschaufel auf ein Fahrzeug und schafft ihn fort.

Putz statt Fliesen

"An dieser Stelle haben die beiden Männer in ihrer Freizeit schon viele Stunden Arbeit investiert", lobt Giese deren Einsatz nach Feierabend, der oft erst nach dem Dunkelwerden endete.

Ein paar Meter weiter schneiden Bärbel Spaniel, Marion Kahmann, die gedanklich schon mit der Vorbereitung des Sommerfestes am 18. Juli beschäftigt ist, und Diana Borchert Vlies zu und bringen es in die nächsten Grabenabschnitte ein. Bärbel und Klaus Spaniel waren die ersten Schwimmmeister im 1974 eröffneten Bad, blieben ihm immer verbunden und packen auch heute noch trotz ihres Alters und gesundheitlicher Probleme mit zu.

Wenn alles verfüllt ist, wird der Graben mit einer Schicht Muttererde verschlossen und Rasen gesät. Außerdem sollen die schon bestellten Abdeckplatten auf der Mauer befestigt werden. "Gefliest wird nicht wieder, die sichtbare Seite wird sauber verputzt", sagt Lutz Knigge. Das Vorstandsmitglied wartet mit einer Idee auf: "Vielleicht könnte man ein paar junge Leute gewinnen, die 110-Meter-Strecke mit Graffiti zu gestalten." Dann widmet er sich dem Zaun und sagt: "Ein solches Großprojekt ehrenamtlich zu bewältigen, ist personell und materiell eine enorme Herausforderung." Deshalb sei man allen fleißigen Helfern und den Sponsoren sehr dankbar, ergänzt Carmen Giese. Da alles aus der Vereinskasse finanziert werden müsse, helfe es schon, wenn die ortsansässigen Firmen günstige Preise machen.

Neues Terrassendach

Auf der Terrasse sind Gordon Ferdenus und Vereinsvorsitzender Rolf Guckland beschäftigt, eine neue Dachabdeckung auf der Trägerkonstruktion zu befestigen. Die alte war im Herbst wegen Baumarbeiten vorsorglich demontiert worden. Dabei stellte sich heraus, dass die Platten porös waren, sodass neue angeschafft werden mussten.

"Zu tun gibt es noch genug", sagt Lutz Knigge. Er nennt unter anderem das Fliesen von Empfangsbereich und Duschraum. Vor allem wolle man sich endlich des großen Kiesfilters annehmen, der schon seit 40 Jahren in Betrieb ist.

Für die Pflegearbeiten auf der riesigen Liegewiese hat sich der Verein 2014 einen Rasentraktor geleistet. "Vorher haben wir die Nutzung zeitlich immer mit dem Sportverein abgestimmt, jetzt sind wir flexibel", so Knigge.

"Unser Bad hat eine große Bedeutung für Langenstein und die Umgebung. Einen 3-Meter-Turm und ein 50-Meter-Becken hat keiner zu bieten", benennt die stellvertretende Vereinschefin einen Grund für das Engagement der rund 240 Fördervereinsmitglieder. Sie alle tragen gemeinsam Verantwortung für das Gelände und die Anlagen mit Schwimmer-, Nichtschwimmer- und Planschbecken sowie Liegewiese, Volleyball- und Spielplatz. Sie sichern Pflege, Instandhaltung und Reparaturen, kassieren Eintrittsgelder, sorgen für Sauberkeit, Ordnung und das Ausleihen von Sportgeräten.

800 bis 1000 Besucher wurden in der Vorjahressaison während der Sonnentage gezählt. "Leider gab es davon nicht so viele. Die Zeit um Pfingsten war sehr gut, der eigentliche Sommer fiel nicht so toll aus, sodass wir sogar vorzeitig geschlossen haben."

Neben weiteren Arbeitseinsätzen steht am 2. Mai ab 9 Uhr die Badreinigung mit der Feuerwehr Langenstein an. Zum gemeinsamen Beckenschrubben hofft der Vorstand wieder auf Unterstützung durch viele fleißige Helfer.

 

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