500 Meter Zaun und vier Tore haben Unbekannte im Dezember 2014 auf dem Gelände der Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge in den Thekenbergen zerstört. Im Auftrag der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt ist der Schaden behoben worden.

Langenstein/Halberstadt l Ein Bild der Zerstörung bot sich den Mitarbeitern der Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge am Morgen des 9. Dezember 2014. Unbekannte hatten den Zugang zur Ausstellung im ehemaligen Reichsbahnstollen komplett zerstört. Vor Kurzem haben die umfangreichen Reparaturarbeiten begonnen.

"Von den 500 Metern Zaun, die zerstört wurden, ist bis auf wenige Meter am Haupteingang in der Nähe des Landhauses alles instand gesetzt worden."

Dr. Kai Langer, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt

Die Instandsetzung sollte pünktlich zu den Tagen der Begegnung anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Langenstein-Zwieberge am kommenden Wochenende beendet sein, hatte Dr. Kai Langer, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt, im Volksstimme-Gespräch Mitte Januar zugesichert.

"Sturm `Niklas` hat uns große Probleme bei der Einhaltung des Fertigstellungstermins bereitet", informiert Kai Langer auf Volksstimme-Nachfrage. Es habe viel Windbruch gegeben, der zu beseitigen war. Der Eingangsbereich zum ehemaligen Mundloch A sei komplett von den Verwüstungen beräumt worden. Insgesamt vier Tore, die die Täter niedergewalzt hatten, wurden erneuert. "Bis auf wenige Meter am Haupteingang in der Nähe des Landhauses ist auch der Zaun wieder instand gesetzt. Insgesamt waren 500 Meter Zaun zerstört worden", berichtet Kai Langer. Zugang und Ausstellungsstollen seien "vorzeigbar", versichert der Stiftungsdirektor.

Zu den Tagen der Begegnung sei die Ausstellung im ehemaligen Reichsbahnstollen, der auf gut 120 Metern seit 2005 zugänglich ist, für ehemalige Häftlinge und deren Angehörige sowie für angemeldete Gäste wieder geöffnet.

Auf etwa 70 000 Euro belief sich nach Angaben der Stiftung der finanzielle Schaden auf dem Gedenkstättengelände in den Thekenbergen. Allein 50 000 Euro seien erforderlich gewesen, um die lange Einzäunung des Weges zum 120 Meter langen Ausstellungsstollen neu zu errichten. Weitere 20 000 Euro haben die neuen Tore gekostet.

Vier Monate nach der Tat tappen die Ermittler immer noch im Dunkeln. "Der Staatsschutz hat bisher keine neuen Erkenntnisse. Die Ermittlungen dauern an", informierte am Donnerstag Uwe Becker, Sprecher des Polizeireviers Harz in Halberstadt.

In der Nacht vom 8. zum 9. Dezember hatten Unbekannte eine auf einer Baustelle in der Nähe der Thekenberge abgestellte Planierraupe aufgebrochen und in Betrieb gesetzt. Anschließend fuhren sie laut Polizei rund 1,5 Kilometer über ein Feld zum Stolleneingang. Die Täter walzten mit der tonnenschweren Raupe Zaunfelder nieder und beschädigten das Areal am Eingangsportal des Reichsbahnstollens. Nach der Tat stellten die Diebe das Baufahrzeug auf einem benachbarten Acker ab und setzten es in Brand.

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